Aarau

Der Fuchs holte den stolzen Pfau im «Roggenhausen»

Die Tierpark Roggenhausen ist vorbildlich geführt. Das attestiert ihm der Schweizer Tierschutz. Sogar dem Fuchs gefiel es im Park. Ein humorvoller Rückblick auf das Jahr 2014.

Hermann Rauber
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Mediengewandt sind auch die Ziegen: Fernsehen udn Zeitungen berichteten im vergangenen Jahr oft übers «Roggi».

Mediengewandt sind auch die Ziegen: Fernsehen udn Zeitungen berichteten im vergangenen Jahr oft übers «Roggi».

Sabine Kuster

«Leider hat der Fuchs auch im vergangenen Jahr verschiedentlich Geflügel und auch Hirschkälber geräubert», heisst es im jüngsten Jahresbericht des Aarauer Wildparks Roggenhausen. Selbst der stolze Pfau fiel dem nächtlichen Beutesucher zum Opfer, doch hat der Vogel «einige Nachkommen hinterlassen», die im Gehege bei den Minipigs und Barthühnern aufwachsen.

Da hatte der Ponyhengst Marengo mehr Glück. Er wurde zwar im vergangenen Jahr kastriert, doch schaffte er es noch, Vater des Fohlens «Ceyda» zu werden, das die Stute Mira im Herbst gebar. «Aus Platzgründen», vermeldet der Bericht, ist das Fohlen in der Zwischenzeit aber verkauft worden. Eine «besondere Herausforderung für die sechs Tierpfleger unter Führung von Ruedi Lindenmann und Alessandra Hug war die «Befreiung» von zwei ineinander verkeilten Widdern. Beim Rivalenkampf hatten sie sich mit den Hörnern verfangen und mussten von Menschenhand befreit werden.

Feuerwehr beim Wildgehege

Am 21. Oktober 2014 schliesslich fällte ein Sturm im Roggenhausen mehrere Bäume. Diese fielen auf das Damwildgehege. Bis weit in die Nacht hinein musste der Drahtzaun repariert werden, damit die Hirsche nicht ausbrachen, wobei auch die Feuerwehr im Einsatz stand. Sonst aber blieben die 188 Tiere aus 17 Arten im Wildpark vor Unbill verschont und fühlen sich, vom Steinmarder bis zum Schneehasen, wohl. Das zeigt auch der Zoobericht 2013 vom Schweizer Tierschutz, der dem Roggenhausen Bestnoten verteilt und festgehalten hat, dass «die weitläufigen, artgerechten und strukturierten Gehege zu den besten ihrer Art in der Schweiz zählen».

Kein Wunder, das sich auch die Medien im vergangenen Jahr häufig im Roggenhausen blicken liessen. Laut dem Präsidenten des Trägervereins, Peter Heuberger, gab es in diesem Zusammenhang Interviews mit SRF 1 und einen längeren Dreh mit dem TV-Sender Vox für eine Tiersendung. Erfreuliche Zahlen darf schliesslich auch Kassier Daniel Rafaniello vorlegen. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von 6312 Franken ab, das Vereinsvermögen steigt auf rund 85 800 Franken. Besonders zu erwähnen ist die Erhöhung der zweckgebundenen Rückstellung für die Sanierung des Kaninchengeheges von 70 000 Franken.

Regierungsrat an der GV

Mindestens für ein paar Minuten als «Platzhirsch» fühlen kann sich auch Regierungsrat Alex Hürzeler, allerdings nicht im Gehege, sondern im Zelt vor der Waldschänke. Dort wird er am Sonntagmorgen vom 7. Juni ein Grusswort an die Generalversammlung des Vereins Wildpark Roggenhausen Aarau, an der traditionellen «Landsgemeinde», richten. Den Hauptteil des Jahresaufwandes bestreitet die Ortsbürgergemeinde Aarau, die mit 228 000 Franken die Personalkosten deckt. Daneben darf der Verein auf rund 1600 Mitglieder und Gönner zählen.