Suhr

Baustart auf dem Huggler-Arealauf unbestimmte Zeit verschoben

Die «Parkresidenz Mühle» in Suhr lässt weiter auf sich warten. Die Gemeinde startet Ende Monat trotzdem mit dem Strassenbau.

Katja Schlegel
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In den letzten Wochen lagen verschiedene Umnutzungsgesuche für das ehemalige Huggler-Areal auf.

In den letzten Wochen lagen verschiedene Umnutzungsgesuche für das ehemalige Huggler-Areal auf.

Pascal Meier

Auf dem ehemaligen Huggler-Areal wird gearbeitet. Irgendwo wird gebohrt, in einer anderen Ecke hämmert jemand auf Metall. Doch von den Baggern und Kranen, die für den Bau der «Parkresidenz Mühle» nötig wären, fehlt jede Spur. Gleichzeitig sind in den letzten Wochen auf der Bauverwaltung Suhr diverse Umnutzungsgesuche für das Areal – neu heisst es Areal Citywerk Mühleweg – aufgelegt worden. Und das, obwohl Architekt Theodor Huguenin vor einem Jahr gegenüber der az sagte, er wolle das Baugesuch für das 2,2 Hektaren grosse Industriegelände in den nächsten Monaten einreichen und rechne mit einem Baustart ab Frühling 2015.

«Der Baustart ist zum heutigen Zeitpunkt nicht absehbar, die Vorbereitungsarbeiten dauern noch länger», sagt Huguenin jetzt auf Anfrage. Immerhin habe er das Baugesuch zur Vorabklärung der Bauverwaltung Suhr eingereicht, und zwar unverändert auf der Basis des durch den Regierungsrat bewilligten Gestaltungsplans.

«Belastung ist reine Vermutung»

Die Vermutung, zur erneuten Verzögerung komme es, weil das Areal Citywerk im kantonalen Kataster für belastete Standorte aufgeführt ist, verneint Huguenin: «Das ist kein Grund für die Verzögerungen.» Aktuell bestehe auch kein Handlungsbedarf. Bei der Boden-Belastung handle es sich um reine Vermutungen, so Huguenin. Schliesslich hätten noch vor dem Kauf 2006 durchgeführte Sondierungen keine Belastung bestätigt. Über weitere allfällige Vorkehrungen werde nach Erteilung der Rückbaubewilligung und der Baubewilligung im Rahmen der Aushubarbeiten entschieden.

Um die alte Mühle sollen sich die Mehrfamilienhäuser gruppieren. (Visualisierung)

Um die alte Mühle sollen sich die Mehrfamilienhäuser gruppieren. (Visualisierung)

zvg

Es ist nicht das erste Mal, dass der Baustart verschoben wird. Bei der Auflage des Gestaltungsplans 2012 war bezüglich Baustart noch von Sommer 2013 die Rede gewesen. Diese erste Verzögerung hatte Huguenin unter anderem mit längeren Verhandlungen mit dem Kanton über den Gestaltungsplan bezüglich Hochwasserschutz und dem Schutz der alten Mühle, die mitten auf dem Areal steht, begründet.

Für die Mieter auf dem Areal hat die erneute Verzögerung natürlich Vorteile: Ihre Mietverträge gelten bis zum Baustart beziehungsweise bis zum Rückbau der Gebäude. «Ein belebtes Areal mit Nutzungszuweisungen ist für alle Beteiligten vorteilhaft», sagt Huguenin. Zahlende Benützer seien bestrebt, Ordnung und Sauberkeit auf dem Areal zu halten. «Ein Areal in dieser Grössenordnung könnte ohne Mieter nur mit einer Einzäunung geschlossen werden.» Das sei aber aufgrund bestehender Fuss- und Fahrwegrechte ausgeschlossen.

Um für die verbleibende Zeit auch eine vertraglich geregelte Nutzungszuweisung für die Gebäude zu haben, habe er nun die Umnutzungsgesuche auf der Basis der Bestandesgarantie für die Gebäude eingereicht. Mit einer Bestandesgarantie wird der Ist-Zustand, also das Gebäude-Volumen gesichert, mit der Nutzungszuweisung wird die Nutzung des Gebäudes definiert. Die Umnutzungsgesuche waren eine Auflage der Bauverwaltung Suhr, die diese im Verfahren von Baugesuchen verlangte. So wird beispielsweise die Reithalle als Hundeschule, eine Halle als Lager für Baumaterialien und Baumaschinen und eine Werkstatt als Hobbyraum genutzt. Weiter lagen bis Montag ein Umnutzungsgesuch für den Abstellplatz für ehemalige Militärfahrzeuge und die Erweiterung der Autoverwertung Zaxo auf.

«Zwischennutzungen bewegen sich rechtlich immer in einem Graubereich», sagt Gemeindepräsident Beat Rüetschi. Dieser Graubereich entstehe durch den Besitzstand, den die Gebäude haben, und der bei der Umnutzung nicht mehr den ursprünglichen Zwecken entsprechen. Da im Normalfall keine Investitionen in die Gebäude mehr getätigt werden, sei es Aufgabe der Baubehörde, eine Bewilligung zu erteilen. «Mit diesen Gesuchen haben wir eine Sicherheit und wissen, wie die Gebäude genutzt werden.»

Pläne bleiben unverändert

An den Plänen für die Überbauung hat sich nichts geändert: Geplant sind zehn kubenförmige Mehrfamilienhäuser mit rund 130 Einheiten zum Wohnen und Arbeiten, die sowohl verkauft als auch vermietet werden können. Die Wohnungsgrundrisse können die Bewohner je nach Bedürfnis flexibel gestalten. Die alte Mühle bleibt erhalten und wird saniert. Die parkähnliche Überbauung wird verkehrsfrei gestaltet.

Einen ersten Schritt in Richtung «Parkresidenz Mühle» nimmt das Projekt ab Ende Monat: Dann startet die Gemeinde mit dem Bau der Erschliessungsstrasse.