Küttigen
Apfelbauer hat nach Sieg beim Kernobst-Qualitätswettbewerb Grund zum Strahlen

Der 60-jährige Hans Geier gewann den Aargauer Kernobst-Qualitätswettbewerb. Zusammen mit dem Fricktaler Hansueli Weber (61, Sulz).

Urs Helbling
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Hans Geier hinter einem Zweig mit den besonders haltbaren Äpfeln der Sorte Diwa.

Hans Geier hinter einem Zweig mit den besonders haltbaren Äpfeln der Sorte Diwa.

Urs Helbling

Hans Geier betreibt zusammen mit seinem Bruder Ueli (66) am «Egghübel» einen 46 Hektaren grossen Landwirtschaftbetrieb. Während Ueli sich vor allem um den Futter- und Ackerbau kümmert, sind die Obstbäume die Sache von Hans. Wie viele Bäume er besitzt, kann er auf Anhieb nicht sagen. Um die 5000. Sie wachsen auf einem Gelände von 1,7 Hektaren (1,5 Hektaren Äpfel, 0,2 Hektaren Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche).

«Perfekt gepflegt»

Während Hans Geier insgesamt zehn Sorten Äpfel hat, baut Hansueli Weber in Sulz nur deren fünf an. Im Gegensatz zum Küttiger Produzenten hat er auch den «Greenstar», einen patentierten Apfel, im Sortiment. Es gibt noch einen weiteren grossen Unterschied zwischen den beiden Produzenten: Während Geier seine Früchte ausschliesslich direkt vermarktet, insbesondere am Aarauer Wochenmarkt, beliefert Weber den Grosshändler Fenaco in Sursee LU.

Die Preisverleihung an die beiden Apfelbauern fand in der Plantage von Geier statt. Beide haben in der Wahrnehmung der Jury gleich gut abgeschnitten. «Prächtig und perfekt gepflegt» seien die beiden Siegerbetriebe, erklärte Thomas Schwarz, der verantwortliche Experte für den Kernobst-Qualitätswettbewerb, der vom Verband Aargauer Ostproduzenten durchgeführt wird. Am Wettbewerb wurden insgesamt zehn Betriebe beurteilt. Es gibt die Prämierung schon seit über 30 Jahren.

Sowohl Hans Geier als auch Hansueli Weber sind mit der diesjährigen Ernte hoch zufrieden. Beide nehmen das Wort rekordverdächtig in den Mund (siehe Box). Während Geier im letzten Jahr im tiefer gelegenen Bereich seiner Plantage Ausfälle wegen des Frostes hatte, ist bei Weber nichts erfroren.

Mit grosser Erfahrung

Und wie war es mit der Sommer-Hitze? Die Plantage der Geiers liegt an einem gut besonnten Hang mit einer relativ dünnen Humusschicht (auf Kalksteinfelsen). Ohne Wasserversorgung durch den Tropfschlauch wären die Äpfel nicht so gut gediehen. Geier hat über seinen Bäumen seit 2013 Hagelnetze.

Der Fricktaler Hansueli Weber ist seit 32 Jahren Obstbauer. Er hat eine Generationengemeinschaft mit seinem Sohn (letzterer betreut alles ausser Obst). Die Gebrüder Geier führen ihren Betrieb seit 1982. Sie befinden sich in einer Ablösungsphase. Der Hof ist bereits verkauft, er wird noch bis Ende Jahr von den Geiers bewirtschaftet. Dann übernimmt das Ehepaar Veronika und Christian Oswald, dass zurzeit einen modernen Kuhstall (mit Melkroboter) bauen lässt. Hans Geier wird die Ostplantage weiter betreuen – und dem Aarauer Markt bleiben die Brüder treu.

Rekordernte: Nach dem Frost- ein Traumjahr

Im Aargau erwartet man bei den Tafeläpfeln einen Ertrag von über 5000 Tonnen. Othmar Eicher, Fachspezialist Obstbau am vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg (Gränichen), spricht von der besten Ernte der letzten zehn Jahre.

Sie habe rund zwei Wochen Vorsprung gegenüber dem Vorjahr. Dank der kühlen Nächte in den vergangenen Tagen haben die Äpfel rote Backen bekommen. Jetzt, in der Schlussphase, werden Zucker und Aroma vollendet. Der aargauische Obstbau erreicht einen Endrohertrag von gegen 30 Millionen Franken.

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