Küttigen
Altes Handwerk bei der 405-jährigen Alten Mühle

Am 13. Schweizer Mühlentag herrschte, nach einer Pause von fünf Jahren, auch um die alte Mühle von Küttigen reges Treiben. Ein besonderer Anziehungspunkt waren die über 10 Handwerker, die ihre fast ins Vergessen geratenen Tätigkeiten demonstrierten.

René Birri (Text und Fotos)
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Eine junge Mühlifescht-Besucherin wird in die Kunst des Korbflechtens eingeweiht.

Eine junge Mühlifescht-Besucherin wird in die Kunst des Korbflechtens eingeweiht.

René Birri-Roth

Erbaut wurde die Alte Mühle in Küttigen im Jahre 1608. Das oberschlächtige Wasserrad, das nicht mehr in Betrieb ist, hat einen Durchmesser von 5,50 Metern. Bis 1920 drehte sich das Mühlenrad und es wurde gemahlen.

Das Wasserrecht wurde im Jahre 1943 gelöscht, seit 1946 ist das Gebäude unter Denkmalschutz. Die zweite Mühle in Küttigen steht nach der Alten Schmitte weiter oben Richtung Staffelegg. Heute werden in der Alten Mühle noch Spezialmehle gemahlen.

Gemüsesuppe und Spanferkel

Im Jahre 2005 kaufte der jetzige Eigentümer, Kurt Fasnacht, das stattliche Haus. Der Elternverein Küttigen hat in der ehemaligen Scheune Lokalitäten erhalten. Dieser Teil wurde stilgerecht durch Martin Hoffmann, Zimmermann, restauriert und ist ein echtes Bijou geworden. Seit 2008 sind hier die Spielgruppe und der Mittagstisch untergebracht.

In diesem Raum konnten am Wochenende an der 13. Auflage des Schweizer Mühlentages kulinarischen Köstlichkeiten genossen werden. Zu diesem Nostalgiefest gehörten auch traditionelle Speisen wie Gemüsesuppe, Spanferkel oder Alpkäse.

Für den gesamten Anlass waren Kurt Fasnacht und Ina Link verantwortlich. «Ohne gute Freunde und viele freiwillige Helferinnen und Helfer wäre es schlicht und einfach nicht möglich gewesen, diesen Anlass auf die Beine zu stellen», erwähnte der schweizweit bekannte Mühlendoktor Fasnacht. Ob in einem Jahr wieder ein Mühlifescht stattfindet, ist laut dem Küttiger Müller noch offen.

Am historischen Handwerkermarkt durfte das Kräuterangebot nicht fehlen. Ein Zimmermann präsentierte, wie die verschiedenen Geräte eingesetzt wurden. Daneben konnten die Besucher miterleben, wie Seife entsteht.

Die Korbflechterin weihte die jungen und älteren Interessenten in das Handwerk des Weidenflechtens ein. Der Schuhmacher nahm das Mass für genau passende Schuhe. Einem Steinbildhauer konnte über die Schultern geguckt und miterlebt werden, wie aus einem Stein ein Kunstwerk entsteht. Handgefertigter Silberschmuck wurde an einem weiteren Stand feilgeboten.

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