Aarau
Geprüft werden sie, feiern dürfen sie nur im Kleinen – so sieht es für die Schülerinnen und Schüler aus, die in wenigen Tagen ihren Abschluss machen

Am Montag beginnen die LAPs, die mit Schutzkonzepten durchgeführt werden. Auf grosses Feiern muss aber verzichtet werden. Ausser es gibt bis zum Fest weitere Lockerungen.

Valérie Jost
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Lernende an der Lehrabschlussprüfung (LAP) im KV Aarau. Aufgenommen am 7. Juni 2018.

Lernende an der Lehrabschlussprüfung (LAP) im KV Aarau. Aufgenommen am 7. Juni 2018.


Chris Iseli / AAR

Nachdem die Lehrabschlussprüfungen letztes Jahr wegen der Pandemie komplett abgesagt wurden, sieht es diesen Frühling gut aus: Die LAPs sollen 2021, wenn immer möglich, regulär stattfinden, teilte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung im März mit.

Die Berufsschulen im Gebiet Aargau-West organisieren deshalb wieder sowohl Prüfungen wie auch Abschlussfeiern, aber mit Schutzmassnahmen. An der Berufsschule Aarau, wo in 21 Berufen jedes Jahr um die 1000 Jugendliche ihre Lehre abschliessen, ist Rektor Paul Knoblauch sehr froh über den Entscheid: «So können wir unseren Lernenden doch einen würdigen Abschluss ermöglichen.» Letztes Jahr habe er oft gehört, wie schade es gewesen sei, das eigene Können am Ende der Lehre nicht auch zeigen zu dürfen. Die Prüfungen werden gemäss den Bestimmungen des BAG abgehalten, so Knoblauch. Die Anzahl Prüflinge pro Raum werde der Raumgrösse angepasst, es gelte Maskenpflicht.

Die Berufsmaturitätsabschlussfeier für die circa 250 Abschlüsse werde gestaffelt abgehalten, sodass maximal 50 Personen gleichzeitig in der Aula sind; auf den Apéro wird verzichtet. Die LAP-Feiern unterliegen derweil den jeweiligen Berufsverbänden. Auch an der Schule für Gestaltung Aargau in der Aarauer Telli setze man auf Abstand während der Prüfungen, so Co-Leiter Luigi Garavelli. Rund 50 bis 60 Abschlüsse (Drucktechnologinnen, Printmedienpraktiker, Polygrafinnen und Verpackungstechnologen) sind erwartet – dazu kommen um die 15 Lernende in Bekleidungsgestaltung. «Diese feiern danach jedoch separat in den Ateliers», so Garavelli.

Hoffen auf weitere Lockerungen

«Allenfalls werden wir an der Abschlussfeier nur die Lernenden empfangen», sagt er. Er hoffe jedoch, dass der Bundesrat die Bestimmungen bis zur Feier lockert, sofern die Lage es zulasse. Schliesslich seien Eltern und Ausbildner des Betriebs beteiligt am Erfolg ihrer Schützlinge: «Da ist es schade, wenn sie nicht mitfeiern können.» Auch die Berufsschule Lenzburg hat sich angepasst. Hier schliessen in 24 Berufen, darunter Metallbauerin und Schreiner, um die 650 Jugendliche ihre Lehre ab. Während für die Prüfungen Schutzmassnahmen gelten – so wird zwecks Rückverfolgung klassenweise und in derselben Sitzordnung wie im Unterricht geprüft – ist die Organisation der Abschlussfeier noch offen, so Rektor Tobias Widmer. «Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Die Feier findet normal, mit beschränktem Anhang, nur mit den Lernenden oder gar nicht statt.» Letzteres wolle er vermeiden, schliesslich sei der Abschluss ein wichtiges Ereignis für die Lehrlinge. An der Handelsschule KV Aarau, wo um die 600 Lernende in Pharmaassistenz, Detailhandel und KV abschliessen, hat man sich direkt für eine Online-Feier entschieden. «Eine gestaffelte Durchführung mit zigmal 50 Personen wäre einfach nicht würdig genug», erklärt Rektor Ozan Kaya. Bei den Prüfungen muss dagegen nicht viel geändert werden – um Abschreiben zu verhindern, würden die Tische sowieso immer mit Abstand aufgestellt, sagt Kaya. Nur bei den mündlichen Prüfungen wird zusätzlich zur Maske eine Plexiglasscheibe genutzt.