Aarau
Es fehlt noch Geld: Neue Traglufthalle hängt an Aarefisch-Entscheid

Die Überdachung des 50-Meter-Freibadbeckens in Suhr hat eine Finanzierungslücke. Nun soll der Schwimmclub Aarefisch seinen Beitrag verdoppeln. Aber auch das reicht noch nicht.

Nadja Rohner
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Das Freibad in Suhr. Im Winter soll künftig eine Traglufthalle das 50-Meter-Schwimmbecken überdecken.

Das Freibad in Suhr. Im Winter soll künftig eine Traglufthalle das 50-Meter-Schwimmbecken überdecken.

Daniel Vizentini (dvi)

Der Verein Aarefisch greift ganz, ganz tief in die Tasche, um die geplante Traglufthalle über dem Freibad Suhr doch noch möglich zu machen: Neu soll der Aarauer Schwimmclub 200 000 Franken, und nicht nur 100 000 Franken beisteuern. Dies vor allem, weil der Kanton Aargau aus dem Swisslos-Fonds nicht so viel gesprochen hatte wie eigentlich erhofft: Statt der gewünschten 750 000 wurden nur 530 000 Franken zugesichert.

Die Gesamtkosten für das Projekt, das nicht nur die Überdachung des 50-Meter-Beckens, sondern auch noch die nötigen Anpassungen am Garderobengebäude umfasst, liegen bei etwa 3 Millionen Franken. 8 von 17 Gemeinden des Planungsverbands Aarau Regio finanzieren das Projekt mit. Die drei Standortgemeinden Suhr, Buchs und Gränichen sowie Aarau zahlen 1,7 Millionen. Weil der Kanton weniger an die Halle zahlen will als ursprünglich gedacht, ist eine Finanzierungslücke von «einigen hunderttausend Franken» entstanden, teilt Aarau Regio mit. «Diese Finanzierungslücke hätte einen Projektstopp zur Folge gehabt und eine Neuausschreibung des Gesamtprojekts bedingt».

Nun sei es aber «unter grossen Anstrengungen der drei Standortgemeinden, der Stadt Aarau und des Vereins Aarefisch» gelungen, dass «die Lücke massgeblich verringert werden» kann. Einerseits durch Optimierungen am Projekt. Andererseits durch die Beitragsverdoppelung des Schwimmclubs, welche allerdings an dessen GV noch abgesegnet werden muss. Es sei «ein sehr grosszügiger Betrag, insbesondere für einen Verein», sagt Aarau-Regio-Präsident und Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker gegenüber der AZ. Damit sei die Finanzierungslücke aber nicht geschlossen. «Wir werden – über Aarau Regio – ein ergänzendes Gesuch an den Kanton stellen, um auch die letzte Lücke für dieses wichtige regionale Projekt noch schliessen zu können.» Die Baubewilligung ist schon rechtskräftig – aktuell rechnet Hilfiker mit einer Inbetriebnahme der Halle auf die Wintersaison 23/24.

Mit der Halle, die von November bis April stehen wird, soll die notorische Hallenbad-Knappheit in der Region entschärft werden. Hier würden künftig vor allem (aber nicht nur) die Sportschwimmer und Schulen im einzigen gedeckten 50-Meter-Becken weit und breit trainieren. So wird für die Plauschschwimmer in den anderen Hallenbädern, etwa in der Aarauer Telli, in Entfelden, Schönenwerd, Menziken und Seon, Kapazität frei. Aarau Regio betont denn auch die «enorme» Bedeutung der Traglufthalle für die Region, es sei «eine Lösung mit Leuchtturmcharakter».

Die Halle soll 9 Meter hoch, 22 Meter breit und 57 Meter lang werden. Geheizt wird über Fernwärme. Während der Nutzungszeiten wird die Halle so auf 28 Grad geheizt.