Tagblatt Online, 07. Oktober 2008 15:14:59
UBS und Credit Suisse als US-Wahlhelfer
Obama und McCain profitieren vom Geld der Schweizer Firmen. (Bild: Bild: Keystone)
SEATTLE. Barack Obama und John McCain können auf zwei grosszügige Schweizer Spender zählen: Die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Via ihre Angestellten fungieren sie als einzige ausländische Firmen unter den 20 Top-Spendern der zwei Kandidaten.
Von Angestellten der US-Filiale der Credit Suisse flossen bisher 150'025 Dollar aufs Konto der Kampagne des republikanischen Kandidaten McCain.Mitarbeiter des UBS-Ablegers in den USA unterstützen den Senator aus Arizona mit 140'165 Dollar, wie die Nichtregierungsorganisation (NGO) "Center for Responsive Politics" auflistete. Die letzte Aktualisierung datiert vom 2. September.
Die NGO mit Sitz in Washington hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geldflüsse in der US-Politik genau zu beobachten. Sie stützt sich dabei auf die offiziellen Zahlen der Wahlkommission. Derzufolge finden sich die zwei Banken an 8. und 10. Stelle der zwanzig bedeutendsten Spendern McCains, noch vor der Bank of America beispielsweise.
Mehr Geld für Obama
Für den demokratischen Kandidaten Obama spendet die UBS fast drei Mal mehr als für McCain. Mit 404'750 Dollar ist sie auf Rang 7, gleich hinter Google und noch vor Microsoft.
Auch die Credit Suisse hat mit 186'665 Dollar mehr Geld für Obama gespendet als für den Republikaner, findet sich aber nicht in dem auf dem Internet veröffentlichten Klassement. Die Rangierungen gehen bis Platz 20, wo die Stanford Universität mit 276'038 Dollar fungiert.
Die zwei Banken sind die einzigen ausländischen Unternehmen, welche unter den wichtigsten Spendern der zwei Kandidaten auftauchen, wie Douglas Weber vom "Center for Responsive Politics" ausführt.
Maximum 2300 Dollar
Die Unternehmen müssen gemäss Weber eine Filiale in den USA haben um überhaupt spenden zu dürfen. Zudem ist es nicht das Unternehmen selbst, von welchem die Gelder kommen, sondern von seinen Mitarbeitern, meistens Kaderleute.
Das US-Gesetz verbietet es nämlich Firmen, direkt Wahlkampagnen mitzufinanzieren. Deshalb spenden die Angestellten via die eigens geschaffenen so genannten politischen Aktionskomitees. Jede Person darf höchstens 2300 Dollar pro Kandidat spenden.
Die Angestellten der Banken UBS und Credit Suisse treten auch bei den Kongresswahlen als Spender auf. Und sie überwiesen namhafte Beträge für die Parteikonvente der Demokraten und Republikaner, wie Douglas Weber ausführt.
CS langfristig vorn
Insgesamt schossen UBS-Leute in diesem Jahr 2,4 Millionen Dollar in die US-Politik ein, 58 Prozent für die Demokraten und 42 Prozent für die Republikaner. Mitarbeiter der Credit Suisse in den USA ihrerseits zahlten 1,9 Millionen Dollar, 51 Prozent für die Republikaner und 49 Prozent für die Demokraten.
Über den Zeitraum von 1990 bis 2008 hat aber die Credit Suisse die Nase vorn. Mit 11,5 Millionen Dollar für Wahlkampagnen finden sich ihre Angestellten auf Platz 62 der "Heavy Hitters" genannten Grossspender. Die UBS-Leute sind nicht unter den ersten 100.
Es gibt laut Weber aber auch noch Mitarbeiter anderer Schweizer Unternehmen, welche der US-Politik Gelder zukommen lassen. Dazu zählt er Roche, Novartis, Nestlé, ABB oder Zurich Financial Services.
Die Aufstellungen zu den Spenden finden sich unter opensecrets.org. (sda)
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