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Tagblatt Online, 14. April 2010 01:04:50

Strassentunnel statt Bahn im Riethüsli – keine «Schnapsidee», sondern mögliche Lösung

Strassentunnel statt Bahn im Riethüsli, Kommentar: Chancenlose Vision, 8.4.10

Der Teufener Mathias Schreier lanciert eine Diskussion um die Durchmesserlinie und eine neue Idee: Strassentunnel von Liebegg/Riethüsli bis in die Innenstadt und zur Autobahn sowie Busbetrieb vom Bahnhof Teufen bis in die Stadt St. Gallen.

Diese Vision ist alles andere als eine «Schnapsidee, so wie es im Tagblatt vom 8. April im Kommentar etwas arrogant und kaltschnäuzig dargestellt wurde. Es wird seit langem nur von der Bahn und seiner in breiten Bevölkerungskreisen unverstandenen Durchmesserlinie geschrieben und als Heilmittel zur Lösung der Verkehrsprobleme im Gebiet Riethüsli – Teufenerstrasse hingestellt.

Dass es aber noch andere gewichtigere Verkehrsprobleme und auch Lösungsansätze gibt, das wird von Behörden und Interessenvertretern der Bahn geflissentlich nicht erwähnt.

Es ist eine Tatsache, dass täglich von Montag bis Samstag und öfters auch an schönen Sonntagen bis zu 14 000 Fahrzeuge das Wohnquartier Riethüsli und die Teufenerstrasse befahren.

Darunter leiden mehr als 1000 Einwohner! Auch wenn das vorliegende Bahnprojekt realisiert wird, ist nirgends erwähnt, verschwiegen denn bewiesen, dass dadurch das Verkehrsvolumen auf der Strasse im Quartier Riethüsli und an der Teufenerstrasse reduziert wird – eher ist eine stetige Zunahme zu erwarten.

Die Blechlawine durch das Riethüsli-Quartier und die Teufenerstrasse kommt aus den Dörfern Teufen, Bühler, Gais, Appenzell und Umgebung und bewegt sich in die Stadt und mehrheitlich zur Autobahn.

Vermutlich liegt den Behörden das Wohl der Anwohner im Quartier Riethüsli und an der Teufenerstrasse nicht so am Herzen, sonst würde es das Problem ernster genommen. Wie wäre es, wenn andere Quartiere der Stadt in gleichem Ausmasse tagtäglich mit einer solchen Blechlawine konfrontiert wären?

Der Bus der VBSG nach Abtwil und Mörschwil floriert, gerade auch wegen des guten Services (mehrheitlich 10-Minuten-Takt). Wie soll ein gleich organisierter Bus vom Bahnhof Teufen nach St. Gallen mit gleichem oder ähnlichem Service nicht ebenso florieren.

Einen solchen Service wird die Bahn nie bieten können!

Die Dörfer Bütschwil und Wattwil im Toggenburg leiden ebenfalls unter der Blechlawine. Das Verkehrsaufkommen an wenigen Spitzentagen im Jahr erreicht aber bei weitem nicht das jetzige Ausmass wie im Quartier Riethüsli und der Teufenerstrasse in der Stadt St. Gallen. Im Toggenburg werden aber in den nächsten Jahren für über 300 Millionen Franken Strassen und Tunnel gebaut (177 000 000 Franken für die Umfahrung Bütschwil und 123 000 000 Franken für die Umfahrung Wattwil). Sollte es nicht auch Aufgabe der Regierung von Stadt und Kanton St. Gallen sein, die Belastung der städtischen Bevölkerung durch den Verkehr ebenso ernst zu nehmen, wie dies im Toggenburg geschieht!

Meine Bitte an die Behörden und auch an die Anhänger der Appenzeller Bahnen: Disqualifiziert die Vision Schreier nicht einfach als «Schnapsidee», weil sie vermutlich «aus der falschen Ecke» und zur falschen Zeit kommt, aber sehr realistisch ist. Diese Vision von Mathias Schreier verdient es, ernst genommen und weiterverfolgt zu werden. Die Anwohner im Quartier Riethüsli und an der Teufenerstrasse müssen ernst genommen werden!

Hans Müller Sonnmattstr. 34, 9015 St. Gallen




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