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Tagblatt Online, 15. Oktober 2008 01:05:31

Hürdenlauf Referendum

Ich habe mich aktiv am Referendum gegen den Abgabezwang von biometrischen Daten und Fingerabdrücken für alle neuen Pässe und Identitätskarten eingesetzt. Beim Sammeln von Unterschriften hat sich immer wieder gezeigt, dass kaum jemand wusste, worum es ging, weil die Medien dazu geschwiegen haben. Das gehört leider heute zur gängigen Methode, möglichst viele Beschlüsse, Abkommen und Verträge am Volk vorbeizuschleusen. Auch die Zeit war absolut günstig: Sommerferien und die Olympischen Spiele. Es brauchte immer wieder viel Kraft, an die Menschen heranzukommen und sie anzusprechen. Man bekommt das Gefühl, solange es den Menschen einigermassen gut geht, wollen sie sich mit nichts auseinandersetzen. Das Ziel, 50 000 Unterschriften zusammenzubringen, war nur mit sehr hohen Investitionen der einzelnen Helfer möglich. Endspurt am 2. Oktober: Viele freiwillige Helfer sind noch an diesem Tag zu den Gemeinden gefahren mit den Unterschriften, die in letzter Minute noch reingekommen sind, um sie beglaubigen zu lassen. Tage nach Ablauf der Referendumsfrist kamen immer noch Unterschriften herein. Auch von politischen Gemeinden fanden wir täglich noch beglaubigte Unterschriften in unserem Postfach.

Ein Argument hat sehr dominiert bei denjenigen, die nicht unterschreiben wollten: Sicherheit, Verbrechensbekämpfung, nur wer Dreck am Stecken hätte, sei dagegen. Ich möchte hier an dieser Stelle meine Antwort weitergeben, weil doch einige nach Gesprächen noch unterschrieben haben. Der Pass ist alles andere als sicher. Er kann auf Distanz abgele-sen werden, und man weiss nicht, wann und wo man ausgelesen wurde. Die Daten können gefälscht werden. Im Jahr 2006 haben Hacker bereits die ersten biometrischen Pässe geknackt, den Code entschlüsselt und auf einen anderen Datenträger abgespeichert. Hier öffnet sich eine ganz neue Dimension von Verbrechen. Aber die grössten Verbrechen der Chemiekonzerne, Grossbanken und Regierungen durch all die unnötigen Kriege können auch durch biometrische Pässe nicht vermieden werden. Es geht nicht um Sicherheit, sondern es soll ein weltweites Macht-Kontrollsystem entstehen. Wer meint, dass Regierungen noch dem Allgemeinwohl ihres Volkes verpflichtet handeln, irrt gewaltig. Aber wir müssen auch nicht meinen, wir könnten das noch ändern, wenn wir nicht endlich erwachen. Ich danke allen, die mitgeholfen, und auch all denjenigen, die mit ihrer geschätzten Unterschrift das Referendum unterstützt haben.

Kurt Weber Staatsstr. 104, 9445 Rebstein




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