Tagblatt Online, 04. Januar 2010 01:01:04
Beharrlich verschwiegen
Bei den Berichterstattungen und den Diskussionen über den Klimawandel, so wie auch bei der «Klimaschutzkonferenz» in Kopenhagen, kann man immer auf eine feste Konstante vertrauen: Die Hauptursache des Klimawandels wird beharrlich verschwiegen, obwohl die katastrophalen Auswirkungen der «Nutztierhaltung» unter Fachleuten unbestritten ist. So ist zum Beispiel laut einer Studie des renommierten «World Watch Institute» die Nutztierhaltung, also der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern für 51% der von Menschen verursachten klimaschädlichen Gase verantwortlich: www.worldwatch.org und www.pro-vegan.info. Deshalb ist ohne eine Umstellung auf eine vegane Ernährung ohne tierliche Produkte eine Klimakatastrophe gar nicht zu verhindern, sosehr man auch an allen anderen Ursachen arbeiten würde!
Ein Vergleich zeigt sofort die Absurdität dieser Situation des Verschweigens auf: Es wäre genauso lächerlich und absurd, auf einer medizinischen Konferenz über Ursache und Prophylaxe von Lungenkrebs nicht auch über Rauchen zu sprechen. Aber genau diese Absurdität passiert bei nahezu allen Diskussionen und fast allen Berichterstattungen zum Thema Klimawandel.
Wie ist dies zu erklären? So gut wie alle Diskutanten sind Fleischesser und Milchtrinker, die offensichtlich von ihren liebgewordenen Gewohnheiten nicht lassen und sich mit ihrem alltäglichen Ernährungsverhalten nicht in Widerspruch setzen möchten, selbst um den Preis, an der Zerstörung der zukünftigen Welt ihrer Kinder und Enkelkinder massiv beteiligt gewesen zu sein.
Deshalb werden heuchlerische Scheingefechte veranstaltet, um sich wenigstens nicht dem Vorwurf der Tatenlosigkeit in Anbetracht der immensen Bedrohung durch den Klimawandel auszusetzen. Noch verrückter wird die Situation allerdings, wenn man bedenkt, dass für mich als Arzt wie für viele renommierte Ernährungswissenschafter weltweit eine gut geplante und abwechslungsreiche vegane (tierproduktfreie) Ernährung nicht nur klimafreundlich und tierfreundlich ist, sondern eindeutig die gesündeste Ernährung darstellt.
Bedenkt man noch, dass 50% der Weltgetreideernte und 90% der Weltsojaernte zum Mästen der Nutztiere verwendet wird, obwohl gleichzeitig weltweit über 1 000 000 000 Menschen hungern und jeden Tag etwa 43 000 Kinder an Hunger sterben, spätestens dann sollte auch dem letzten klar werden, dass zumindest Menschen mit Herz und Verstand ihr Ernährungsverhalten ändern sollten. Und zwar im eigenen Interesse, im Interesse der Kinder und Enkelkinder, im Interesse des Klimas und der Umwelt, im Interesse der Tiere und im Interesse der über 1 Milliarde Hungernden auf der Welt.
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