Der grosse Traum einer weltweiten Verständigung auf der Basis einer gerechten Sprache, nämlich des Esperanto, war ein wichtiger Bezugspunkt im Leben von Stanislaw Pochanke und seiner Familie. Mitte Februar verstarb er in Wil an einem Krebsleiden. Geboren wurde Stanislaw Pochanke 1934 in Polen. Er arbeitete dort als Metallurgie-Ingenieur und später als Berufsschullehrer. Bereits als Student lernte er Esperanto kennen und engagierte sich für die Bewegung. Dies bescherte ihm nicht nur Freunde im Inland, sondern verhalf ihm auch zu Kontakten ins Ausland, was in jener Zeit, vor den Öffnung des «Eisernen Vorhanges», alles andere als selbstverständlich war. 1962 lernte er seine spätere Frau Barbara kennen, als Teilnehmerin an einem seiner Esperantokurse.
In der soeben erschienenen Enzyklopädie über Esperanto in der Schweiz wird sowohl von ihm als auch von seiner Familie berichtet. Nach seiner Pensionierung in Polen zog Stanislaw Pochanke mit den drei Kindern Robert, Dawid und Veronika 1988 in die Schweiz, wo seine Frau Barbara schon seit einigen Monaten arbeitete. Auf Wil gestossen waren sie, weil in einem Stelleninserat Leute gesucht wurden, die an der Klinik in einer internationalen Gruppe arbeiten wollten, in der man sich mit Esperanto verständigte. Später wurde er Präsident des Esperanto-Klubs Wil. Dieser Aufgabe widmete er sich während 16 Jahren. In Wil war er vielen Leuten bekannt, weil er nach seiner Pensionierung als Hilfspfleger in der Klinik noch mehrere Jahre lang die Minigolfanlage betreute.
Als seine schlimme Diagnose bekannt wurde, entschloss er sich, nochmals ausgedehnte Reisen zu Esperanto-Freunden in aller Welt zu machen. Seine Reisen führten ihn nach Nepal, Polen, Litauen, in die Ukraine und nach Italien. Es freute ihn, dass sich in dieser Zeit auch neue, jüngere und sogar jugendliche Gesichter im Esperanto-Klub zeigten. Es war ein Zeichen dafür, dass sein Engagement für Esperanto von anderen weiter- geführt wird. (wf.)
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