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Tagblatt Online, 15. Juni 2007 00:30:59

Wer hat die Burg angezündet?

Burgruine Rappenstein: Fachleute sind erstaunt über die Funde

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Spannende Knochenarbeit: Auf der Burgstelle werden Grabungen durchgeführt. (Bild: Bild: pd)

St. Gallen. Derzeit werden bei der Burgruine Rappenstein Funde aus dem frühen Mittelalter ausgegraben. Am kommenden Sonntag wird die Ausgrabungsstätte der Bevölkerung für einen Tag zugänglich sein.

Daniel Steiner

Seit einigen Tagen durchwühlen Grabungsexperten die geheimnisvolle Burgruine unterhalb des Ausflugsrestaurants Schaugenbädli im Martinstobel. Dabei kam Erstaunliches zum Vorschein: «Wir haben Kohle von verbrannten Balken gefunden», sagt Martin Schregenberger von der Denkmalpflege der Stadt St. Gallen. Einiges deutet darauf hin, dass das 800 bis 900 Jahre alte Gemäuer um 1400 gewaltsam zerstört wurde. Die Kohle soll nun dendrochronologisch untersucht werden. Dabei werden auf den verkohlten Holzstücken die Jahresringe geprüft, um das genaue Alter festzustellen.

Mehr gefunden, als erhofft

Bei den ersten Sondiergrabungen konnten noch weitere Funde sichergestellt werden. Schregenberger erwähnt Keramikstücke und Scherben von Kacheln und Töpfen, die wahrscheinlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen. «Wir haben bisher mehr gefunden, als wir zu hoffen wagten», freut sich der Denkmalpfleger. Die Entdeckungen seien von lokalhistorischer Bedeutung.

Nach diesen Grabungen sind die Fachleute überzeugt, einige wichtige Teile der ehemaligen Burg gesichtet zu haben. Die Mauern stehen nicht auf gutem Fundament und müssen gesichert werden. Vieles über die sagenumwobene Burg Rappenstein liegt aber noch im Dunkeln. Man hofft, bei den Arbeiten noch weitere Zeugen aus der Vergangenheit zu finden.

Sicherung der Ruine planen

Die Sondierungsgräben dienen der Erforschung des Zustandes der Ruine. Sie erlauben es nun, die Sicherung oder Sanierung der Ruine zu planen und deren Aufwand abzuschätzen. Die Gräben werden anschliessend wieder zugeschüttet, um das noch nicht sanierte Mauerwerk vor Verwitterung zu schützen, heisst es von Seiten der Denkmalpflege der Stadt St. Gallen. Ungewiss ist noch, wie die Burgruine Rappenstein für die Zukunft erhalten werden soll. Für die Sondiergrabungen hatte der Stadtrat bereits einmal 65 000 Franken bewilligt. Für weitergehende Arbeiten muss die Denkmalpflege einen neuen Antrag stellen.

Aufgrund der Grabungen soll nun ein Konzept erstellt werden, was mit dem geheimnisvollen Bauwerk aus dem frühen Mittelalter passieren soll.


Grabungsstelle besichtigen

Vor der Zuschüttung der Gräben möchte die Denkmalpflege der Stadt St. Gallen allen interessierten Personen die Möglichkeit geben, die Grabungsstelle zu besichtigen. Grabungsleiter, Mitglieder des Grabungsteams und Vertreter der Denkmalpflege werden am kommenden Sonntag von 10 bis 12 Uhr durch die Burgruine führen. Ab Martinsbrugg sind es 15 Minuten Fussmarsch bis zur Burgruine. (dst)





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