Tagblatt Online, 17. August 2005 00:30:59
In allen Bereichen positive Bilanz
Der OK-Präsident der Jazztage, Ueli Mauerhofer, spricht von einer «mit Bestimmtheit ausgeglichenen Rechnung»
Jolanda Spengler
Lichtensteig. Zwischen 4700 und 4800 Leute haben die diesjährigen Jazztage besucht. Der Veranstalter spricht von einem durchwegs gelungenen Festival. Das Rezept, mit einer musikalischen Vielfalt den Geschmack der älteren und jungen Besucher anzusprechen, sei einmal mehr aufgegangen.
Obwohl der Jazz als Namensträger des Festivals nicht mehr als alleinige Musikrichtung den Ton angibt, kommen die Jazzfreunde nach wie vor auf ihre Rechnung. Im «La Terrasse» und im «Jazz-Schopf» zum Beispiel steht der puristische Jazz klar im Mittelpunkt. «Mit traditionellem Jazz allein sprechen wir das junge Publikum aber nicht an - und wir wollen auch die junge Generation zum Besuch der Jazztage Lichtensteig motivieren», betont OK-Präsident Ueli Mauerhofer. Seit einigen Jahren schon treten deshalb auch Formationen auf, die dem Jazz verwandte Stilrichtungen (Blues, Swing, Dixieland, Funk, Soul, Jazz-Rock) pflegen.
Für jeden Geschmack etwas
Andererseits haben die Jazztage '05 aber bewiesen, dass sich die jungen Leute durchaus am traditionellen Jazz begeistern können. Mauerhofer spricht dabei vor allem den beeindruckenden Auftritt von Barbara Dennerlein an, die am späten Samstagabend im «Kronen»-Saal auch die Jungen zu begeistern wusste. Die deutsche Organistin, die kurzfristig als Ersatz für Brian Auger verpflichtet wurde, muss als eigentliche Überraschung der diesjährigen Jazztage gewertet werden. Der grösste Publikumsmagnet war wie erwartet die Walliser Mundartsängerin Sina und als angenehme Überraschung aus nationaler Sicht fiel der Soul/Funk-Sänger Seven auf. Beste Unterhaltung boten «Les Gigolos de Paris» und «Homesick & The Louisiana Men» und mit dem Auftritt der «Spider Murphy Gang» kamen die Nostalgiker auf ihre Rechnung.
Bedeutend besser als 2004
Neben der musikalischen Vielfalt hat aber auch die Qualität das ihre zum Erfolg beigetragen. Im Vergleich zu 2004, als die Jazztage mit einem Defizit abschlossen, war die Qualität höher. Dies war auch das erklärte Ziel des Organisationskomitees. «Bei den letztjährigen Jazztagen fehlte ein eigentlicher Publikumsmagnet», sagt Mauerhofer rückblickend. Mehr Qualität, sowohl beim Musikangebot als auch bei der Organisation, wurde deshalb für dieses Jahr angestrebt. Und dieses Ziel wurde erreicht. Sämtliche Konzerte waren gut bis sehr gut besucht, von insgesamt zwischen 4700 und 4800 Personen. Vor allem am Freitag sei der Besucheraufmarsch ein sensationeller gewesen, sagt Mauerhofer. «Der Samstag war dann nicht mehr so gut besucht, aber bei Weitem besser als jener im Jahr 2004», fügt er an. Ebenfalls sehr zufrieden ist das OK mit der Sonntags-Matinee im Zelt auf dem Postplatz. Die Bänke waren trotz Regen immer voll besetzt. Die Jazztage Lichtensteig leben nicht allein von den Konzerten in den verschiedenen Lokalitäten, sondern auch vom Drum und Dran auf den Gassen. Hervorragend frequentiert war die Food-Station unter den Arkaden des Rathauses. «Wir sind auf diese Festwirtschaft angewiesen - und dieses Jahr haben wir ausserordentlich gut gewirtschaftet», freut sich der OK-Präsident. Rechnet man alles zusammen, werde es dieses Jahr mit Bestimmtheit kein Defizit geben.
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