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Tagblatt Online, 15. September 2006 00:30:59

FHS: Regierung für Standort St. Gallen

Rorschach reagiert enttäuscht, St. Gallen hingegen positiv auf die Stellungnahme der Regierung

St. Gallen. Die St. Galler Regierung bevorzugt St. Gallen als künftigen Standort der neuen Fachhochschule St. Gallen. Die Rorschacher Interpellanten sind enttäuscht.

Wo soll die neue FHS St. Gallen, Hochschule für angewandte Wissenschaften, gebaut werden? In St. Gallen, war lange die einhellige Meinung. In Rorschach, schlugen im Juni Kantonsräte vor und verlangten per Interpellation eine Stellungnahme der Regierung zum alternativen Standort. Jetzt liegt die Antwort vor. Die Regierung sehe zurzeit keine Veranlassung, das Projekt «Bahnhof Nord» in St. Gallen nicht weiterzuverfolgen, heisst es. Und: «Der Standort Rorschach weist gegenüber dem Standort St. Gallen erhebliche Nachteile auf.»

Widersprüche

CVP-Kantonsrat Thomas Würth als Sprecher der Interpellanten des Projektes «Fachhochschule Rorschach: Eine echte Alternative» macht in einer ersten Stellungnahme keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Ausserdem stellt er in der Antwort der Regierung Widersprüche fest. «Auf der einen Seite heisst es, dass die Regierung den von uns vorgeschlagenen Alternativstandort auf dem Alcan-Areal in Rorschach ernsthaft prüft, andererseits lässt sie aber klar erkennen, dass sie dazu nicht wirklich bereit ist.»

Es habe zwar Besprechungen mit dem Baudepartement des Kantons gegeben, sagt der Goldacher Gemeindepräsident, doch dabei sei gar nicht versucht worden, das Projekt als ernsthafte Alternative anzusehen. Vielmehr hätte man beim Kanton in erster Linie nach Möglichkeiten gesucht, das Alternativprojekt schlecht zu machen, um sich gar nicht erst damit auseinander setzen zu müssen.

Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben, sagt Würth. Die Initianten des Projektes würden die Situation nun erst neu analysieren und beurteilen, ehe die Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen der Gruppe informiert werde.

Als «überraschend» bezeichnet Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller die Antwort der Regierung. «Wir müssen nun vorwärts blicken und werden für das Alcan-Gelände eine alternative Nutzung finden, die für Stadt und Region einen Impuls setzt.»

Planungssituation

Nicht überrascht, sondern sehr froh über die Antwort der Regierung ist der St. Galler Stadtpräsident Franz Hagmann. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren die nötigen Voraussetzungen geschaffen, damit die neue Fachhochschule St. Gallen beim Hauptbahnhof gebaut werden könne. «Käme die FHS nicht nach St. Gallen, wäre unsere Planung des Bahnhofplatzes völlig in Frage gestellt», sagt Hagmann.

«Schnellschuss»

Auch könne man nicht Jahre nach den ersten Standortüberlegungen einen neuen Ort ins Spiel bringen. «Der Vorschlag kam viel zu spät», sagt Hagmann. Er bezeichnet die Idee mit Rorschach als Alternativstandort als «Schnellschuss». Er könne verstehen, wenn Rorschach die Schule in die eigene Region holen wolle, sagt Hagmann. Doch im vorliegenden Fall sei es eine «Übung am falschen Objekt». (rtl/rbe)

kanton st. gallen/13





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