Zutritt gabs nur für Vereinsmitglieder oder mit persönlicher Einladung. Diese war, eine typische Seqenz-Idee, auf eine kleine, hochformatige Papiertüte gedruckt. Wer damit am Freitagabend beim alten Badhaus neben der Lokremise erschien, war willkommen und erhielt ein Exemplar der neuen Sequenz-Publikation, die dann exakt ins mitgebrachte Säckchen passte.
Irgendwie geriet das kompakte, über 200 Seiten starke Taschenbuch mit seiner grossen Vielfalt an Comix und sequenziellen Arbeiten dann allerdings im Laufe des Abends etwas in den Hintergrund. Obwohl das Buch Lust zum Schmökern machte, war die Attraktion des Abends das Veranstaltungslokal selbst. Einmal mehr hat der Verein Sequenz für seine Vernissage ein spezielles Lokal gesucht – und dank der Unterstützung vom kantonalen Amt für Kultur auch erhalten. Das Badhaus neben der Lokremise, das die Eigentümerin SBB lieber abreissen, das Amt für Kultur aber gerne als Dépendance der Lokremise erhalten möchte, präsentierte sich als charaktervolles Haus, dessen Abbruch ein Verlust wär. In den Räumen finden sich viele Überbleibsel aus der früheren Nutzung – Bahngeschichte ist in jeder Ecke spürbar.
Mit einigem Aufwand hat der Verein Sequenz im Parterre des Badhauses sein Vernissagen-Fest eingerichtet, unter anderem wurden ein Konzertlokal und zwei Bars installiert. Zudem gab es eine Lounge mit alten Sofas, einer Projektion und einen Computer mit der Animation «Laser Ninja», deren Kampfszenen mittels Strichcode verändert werden konnten.
Die interaktive Attraktion war freilich das «Bodypong», das Patrick Jost und Jürg Waidelich speziell für das Sequenz-Fest entwickelt haben. Basierend auf dem berühmten Atari-Computerspiel «Pong» realisierten sie eine raumfüllende Installation. Mittels Bodenprojektion, Bewegungssensoren und Computerprogramm konnten zwei oder vier Spieler im einfachen «Ballspiel» gegeneinander antreten. Gekleidet in weissen Overalls und schwarzen Schuhüberziehern, was auf dem Boden zwei «Schläger» erzeugte, war dann ganzer Körperseinsatz gefragt, damit der virtuelle Spielball nicht ins «Tor» ging.
Das neue Sequenz-Taschenbuch liegt nun kostenlos in verschiedenen Lokalen der Stadt auf; man findet es meist dort, wo es auch «Saiten» gibt.
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