Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 05. Juli 2006 00:30:59

Mit eigenem Buch unterrichten

Alexander Kästli, Lehrer an der Jugendmusikschule Waldkirch-Bernhardzell, hat ein Lehrmittel für die Djembé geschrieben

waldkirch. Seit vielen Jahren unterrichtet Alexander Kästli Djembé-Schüler, unter anderem an der Jugendmusikschule Waldkirch-Bernhardzell. Nun hat er seine Erfahrungen zu Papier gebracht. Entstanden ist ein umfassendes Lehrmittel.

tobias granwehr

Als Alexander Kästli in den Neunzigerjahren begann, das Djembé-Spiel zu unterrichten, musste er bald feststellen, dass nur wenig geeignete Literatur vorhanden war. «Vor allem für den Gruppenunterricht an Musikschulen gibt es kaum brauchbare Bücher», sagt der Degersheimer, der ein Studium an der Musikakademie/Jazzschule St. Gallen abgeschlossen hat und an der Jugendmusikschule Waldkirch-Bernhardzell Schlagzeug und Djembé unterrichtet. Er fing an, selber Arbeitsblätter zu verfassen. Irgendwann habe er sich gefragt, ob er seine Djembé-Erfahrungen nicht nutzen und niederschreiben sollte.

Kästli machte sich an die Arbeit und stellte das Material zusammen, das sich inzwischen angesammelt hatte. Entstanden ist ein umfassendes Werk über das Djembé-Spiel für Anfänger, Fortgeschrittene und Wiedereinsteiger. «Ich versuche, einen Übergang vom musikalischen Grundkurs zum Djembé- und Schlagzeugunterricht zu ermöglichen», erläutert Kästli seine Überlegungen zum Buch. Djembé sei ein gutes Instrument für den Einstieg in die Musik. «Denn die Rhythmik ist für alle Musizierenden wichtig.» Handtrommeln – dazu zählt auch die Djembé – würden in vielen Ländern als Starthilfe für das Erlernen anderer Instrumente eingesetzt, schreibt Alexander Kästli in seinem Buch. «Der richtige Zeitpunkt, ein Instrument zu erlernen, hängt aber weitgehend von der Bereitschaft zu üben ab.»

Wettbewerb in der Gruppe

Kästli setzt beim Djembé-Spiel auf den Gruppenunterricht. Dieser sei zwar in gewissen Kreisen umstritten, sagt er. Doch der Musiklehrer ist überzeugt: «Dem Gruppenunterricht gehört die Zukunft.» Denn je mehr Schülerinnen und Schüler zusammen spielten, umso interessanter werde es für sie. Natürlich entstehe dabei eine Art Wettbewerb, der müsse aber nicht leistungshemmend wirken. «Die Unterschiede in der Gruppe motivieren die Mitglieder, besser zu werden», sagt Kästli und ergänzt: «Beim Einzelunterricht wird die Leistung des Schülers vom Lehrer beurteilt. Im Gruppenunterricht dagegen erhalten die Schülerinnen und Schüler Vergleichsmöglichkeiten, indem sie Unterschiede zu den Kameraden beobachten.» In Gruppen würden einzelne Schüler zudem Lehrfunktionen übernehmen.

Diese und weitere Überlegungen zum Gruppenunterricht hat Alexander Kästli in seinem Lehrmittel dokumentiert. Wichtig sei zudem, dass den Schülern die Möglichkeit für Auftritte gegeben werde. Die Reaktionen von Eltern und Freunden sollten sie motivieren, sich weiter zu verbessern.

Zusage vom grössten Verlag

Das Buch «Djembé-Spiel» von Alexander Kästli wird vom deutschen Ama-Verlag herausgegeben, was den 37-Jährigen besonders freut. Er habe geplant, zuerst den grössten deutschsprachigen Musikverlag zu kontaktieren und sich dann zu den kleinsten Verlagen durchzukämpfen. «Dass Ama gleich zusagte, war schon eine kleine Überraschung», erzählt er stolz. Seit dem Frühling, als das Buch auf den Markt kam, habe er von Lehrerkollegen schon einige positive Rückmeldungen erhalten. Die Absatzzahlen kenne er noch nicht. Kästli glaubt aber an den Erfolg des Buches. «Es ist vielseitig und leicht verständlich.»





Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / apps

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: