Tagblatt Online, 24. März 2007 00:30:59
Zum 15. wieder das «Dschungelbuch»
Die Zirkustruppe des Gossauer Walter-Zoos steckt mitten in den Proben für die Aufführung «Dschungelbuch»
Der Dschungel steht, die Proben für die Aufführung des «Dschungelbuchs» im Walter-Zoo laufen auf Hochtouren. (Bild: Bild: Ennio Leanza)
Vor 15 Jahren wurde im Zirkuszelt des Walter-Zoos erstmals ein Märchen erzählt und gespielt ? das «Dschungelbuch». Und das 15. Märchen, das ab dem 1. April im Zirkuszelt gezeigt wird, ist wieder die Geschichte von Mogli und Co. im Dschungel.
rita bolt
Seit 15 Jahren heisst das Motto «Märchenwelt im Zirkuszelt». «Gross und Klein sollen in eine andere Welt eintauchen können», sagt Artist Martino Rivas, der seit der ersten Aufführung dabei ist und schon in den verschiedensten Rollen steckte. Mitgewirkt hat er also auch im «Dschungelbuch» vor 15 Jahren. «Als King Louie und Shir Khan», antwortet Rivas. Die gleichen Rollen, den Affenkönig King Louie und den menschenhassenden Tiger Shir Khan, wird er auch im diesjährigen Dschungelbuch spielen. Er freue sich darauf. Gesprochen werden die gleichen Texte wie vor 15 Jahren und gesungen werden die gleichen Lieder. So wird selbstverständlich auch Bär Balus Ohrwurm «Probiers mal mit Gemütlichkeit» zu hören sein. Und durch den Dschungel streifen werden wieder Mogli und seine tierischen Freunde.
Kulisse mit Tiefenwirkung
Wer ins Zirkuszelt eintritt, taucht in eine andere Welt ein, in die Dschungelwelt. Über fünf Meter hoch ist die Kulisse, die mit Sträuchern, Blumen und Geäst überwachsen ist. «Es entsteht eine richtig schöne Tiefenwirkung», sagt Gabi Federer zufrieden. Sie ist die Initiantin und seit Beginn die Gesamtverantwortliche für die Zirkusaufführungen. «In den 15 Jahren haben wir viel Dekorationsmaterial gesammelt und wir haben alles behalten. Jetzt können wir aus einem reichen Fundus schöpfen.» Sie zeigt auf einen überwachsenen Felsen. «Dieser stammt noch aus der Aufführung <Drachenfeuer>.» Auf dem Dschungelboden liegen Wurzeln, grosse Stämme, Weiden und überall «wächst» Farn. «Vieles davon haben wir im Wald zusammengetragen», erklärt Gabi Federer. Und vor dieser stimmungsvollen Kulisse tanzt Mogli mit dem Bär Balu, streitet Panther Baghira mit Tiger Shir Khan, feiert King Louie ein Affenfest oder versucht die Schlange Kaa Mogli zu hypnotisieren. Mogli, der bei einer Wolfsfamilie aufgewachsen ist, wird von Azamet Mambetov, einem Artisten aus Kasachstan, gespielt. Mambetov verkörperte in der Zirkusgeschichte «Peter Pan» einen Piraten, der halsbrecherische Kunstwerke vorführte. Auch als Mogli wird er seine artistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Immer mehr Technik
Jahr für Jahr werden die Zirkusvorführungen professioneller, die Technik wird immer anspruchsvoller. Für den technischen Part ist Rainer Greulach verantwortlich. So verwandelte sich beispielsweise in «Lenas Traumkistchen» das Kinderschlafzimmer in eine Zirkusmanege, in «Peter Pan» fuhr ein Piratenschiff ins Zirkuszelt ein. Und im «Dschungelbuch»? «Der Dschungel verwandelt sich in einen Affenberg», verrät Gabi Federer. «Wir wollen für die 15. Aufführungen alle Register ziehen», ergänzt sie lachend. Das gelte auch für die Kostüme. Martino Rivas erinnert sich noch an die erste Vorführung des «Dschungelbuches». «Wir hatten keine Erfahrung im Kulissenbau, wussten aber, dass wir eine andere Zirkusatmosphäre als <normale> Zirkusse schaffen wollten.» Gabi Federer und Martino Rivas begannen, Manege und Zuschauerraum mit jedem Mal mehr zu verschmelzen, das ganze Zirkuszelt, und nicht nur die Manege, zum Ort des Geschehens zu machen. Die Logen und die Manegeumrandung wurden abgebrochen und an ihrer Stelle wurden Holzbänkli, Baumstrünke oder Stämme als Sitzgelegenheit geschaffen. «Es ist ein Erlebnis für Kinder, wenn die Artisten und Tiere zum Greifen nahe sind», sagt Rivas. Sie dürfen sich freuen: Im «Dschungelbuch» wird unter anderen eine Schlange aus nächster Nähe zu sehen sein.
Vorstellungen: Von Sonntag, 1. April, bis Sonntag, 21. Oktober, täglich um 15 Uhr, sonntags auch 11.30 Uhr, freitags spielfrei. Eintritt ins Zirkuszelt gratis
Neues Zirkuszelt
Zwischen 120 000 und 150 000 Besucherinnen und Besucher sehen sich jährlich die Aufführungen im Zirkuszelt des Gossauer Walter-Zoos an. Für die 15. Austragung wurden verschiedene Neuerungen gemacht, um die Wartezeiten bis zur Zeltöffnung für die Besucher angenehmer zu gestalten. Realisiert wurden ein neuer Vorplatz und ein neuer Eingangsbereich mit einem grosszügigen Vorzelt. «Auch wenn es regnet, können nun alle im Trockenen anstehen», erklärt Gabi Federer. Im Vorzelt steht ein Zirkuswagen, der zum Verpflegungswagen umfunktioniert wurde. Gestaltet wurde auch eine kleine Sitzecke. Neu ist auch das Zirkuszelt. «Nach 15 Jahren hatte es allmählich ausgedient», sagt Martino Rivas. Platz bietet es wie das alte für etwa 700 Personen. (rb.)
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