www.rorschacherberg.ch präsentiert sich unsere Gemeinde im Internet. Auf der Startseite erscheinen Impressionen aus der Gemeinde; in der Bildmitte das Schloss Wartegg. Wählt man weiter die Rubrik «Kultur und Freizeit», findet sich ein Bild des Musiksaals von Schloss Wartegg. Das Touristikbüro Rorschach..."/>

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Tagblatt Online, 22. März 2007 00:30:59

Wie viel ist uns unser Stolz wert?

Unter www.rorschacherberg.ch präsentiert sich unsere Gemeinde im Internet. Auf der Startseite erscheinen Impressionen aus der Gemeinde; in der Bildmitte das Schloss Wartegg. Wählt man weiter die Rubrik «Kultur und Freizeit», findet sich ein Bild des Musiksaals von Schloss Wartegg. Das Touristikbüro Rorschach setzt das Bild eines Wartegg-Hotelzimmers stellvertretend für die Hotellerie dieser Region. Auch beim aktuellen Amtsbericht der Gemeinde schmückt das Schloss Wartegg die Titelseite.

Man scheint sehr stolz auf dieses Schloss zu sein und benutzt es gerne als Aushängeschild. Recht so! Die aufwendige Renovation wurde zum grossen Glück für die Gemeinde von privater Seite initiiert, durchgeführt und bezahlt. Für ihre Verdienste wurde den Eigentümern im letzten Jahr der Anerkennungspreis der Gemeinde Rorschacherberg verliehen. Ich zitiere aus dem Amtsbericht: «Die Eigentümer, Anna Angelika Wagner Mijnssen und Christoph Mijnssen, und ihr Team haben sich in einer beispiellosen Art und Weise um Wartegg verdient gemacht. Nachhaltigkeit und Qualität sind eines der Markenzeichen des Hauses, im Hotelbetrieb wie in der Gastronomie. Ein besonderer Ort ist das Schloss aber auch aufgrund seines kulturellen Angebotes, das weit über die Euregio Bodensee hinaus strahlt.»

Der West- und Südteil des Parks gehören anderen Besitzern und liegen in der Bauzone. Mit einer Überbauung wollte man ursprünglich die Renovation und den Unterhalt des Schlosses sichern. Nun liegen neue Pläne vor. Die Visiere stehen, und ich frage mich, nach welchen Kriterien gebaut wird. Wer garantiert, dass unser Aushängeschild seinen Wert und seine Ausstrahlungskraft behält?

Die überdimensionierten Bauten verdecken nicht nur den Blick auf das Schloss, sondern beeinträchtigen die Atmosphäre der gesamten Anlage. (Sie ist, wie das Schloss als Baudenkmal, als historisches Gartendenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.) Die vorliegenden Pläne zeugen meiner Ansicht nach keineswegs von Stolz, sondern von einem stark getrübten Augenmass.

Setzen wir uns jetzt ein, dass ein Bauvorhaben von diesem Ausmass nicht realisiert werden darf. So dürfen wir auch in Zukunft stolz sein auf «unser» Schloss Wartegg.

Eva Lobeck Birkenweg 1, 9404 Rorschacherberg





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