Tagblatt Online, 05. April 2008 00:30:59
Klares Nein zur geplanten Umzonung
«Wichtiges Geschäft für Horn», Tagblatt vom 19. März
Gewiss, das ehemalige Industrieareal Raduner ist unschön anzuschauen, auch vom See her. Doch bringen die Umzonung und die damit verbundenen «Zuhochbauten», die weder zum Dorf noch zur Seeuferpromenade passen, nicht erst recht ein Schandmal?
Seit ca. 1989/90 wird im Areal nicht mehr produziert, die ganze Anlage zerfällt. Sind in dieser langen Zeit die unverantwortlich zurückgelassenen chemischen Verschmutzungsaltlasten irgendwie umweltschützend behandelt worden? Warum nicht? Warum haben die Gemeindebehörden und der sonst in Umweltfragen zu Recht strenge Kanton Thurgau nach dem Hochwasser von 1999 gar nichts unternommen, um die für den sogenannten Schandfleck Horns verantwortlichen Grundbesitzer zu zwingen, eine gefährliche Verunreinigung des Sees zu verhindern?
Welches sind die Gründe, weshalb sich anscheinend in den vergangenen 20 Jahren keine valablen Interessenten gefunden haben sollen für den Bau von echten Dienstleistungs- und/oder Fremdenverkehrsobjekten beim Horner Seeufer? Schaffen wir mit der Annahme dieser geplanten Umzonung und den darauf entstehenden, überhöhten Wohntürmen nicht gefährliche Präjudizien für bauwillige Grundeigentümer im Norden des Raduner-Areals?
Was vergibt sich unsere Gemeinde, wenn sie den Kanton vehement zur Mitverantwortung einlädt und sich selbst eine sinnvolle Denkpause für eine klare Zielsetzung und entsprechende Aufträge erteilt?
Letztlich geht es um die künftige Identität unseres «wohnlichen Dorfes». Wir übernehmen eine grosse Verantwortung für kommende Generationen. Packen wir die Chance mit gesunder kreativer Begeisterung!
Marianne Fatzer Seestrasse 62, 9326 Horn
«Pizzeria Nicola» mit fremden Federn
Es ist sicher bekannt, dass der langjährige Wirt der Pizzeria Nicola, Nicola Capozzi, Anfang Jahr verstorben ist. Was sicher einige ehemalige Gäste interessiert: Was geht weiter mit der Pizzeria?
Sehr oft wurde gefragt, ob seine Tochter Linda oder ich die Pizzeria weiterleiten werden. Nach reiflicher Überlegung haben wir diesen Gedanken aber wieder verworfen aus verschiedenen persönlichen Gründen. Nun wird die Pizzeria am 7. April wiedereröffnet, und zwar unter dem Namen «Trattoria Pizzeria Nicola». Sofort wurden wir wieder angefragt, ob wir doch weitermachten. Dem ist aber nicht so. Der Verwalter der Pizzeria hat die Räume inklusive des Namens weitervermietet!
Das finden wir aber gar nicht in Ordnung. Aber leider können wir nichts dagegen unternehmen. Linda hat schon versucht, mit dem neuen Pächter darüber zu reden, ist aber auf taube Ohren gestossen. Im Gegenteil, er meinte, dass sie stolz darauf sein könne, wenn dieser Name weitergeführt werde. Dass aber die Hinterbliebenen darunter leiden, wenn sie fast täglich an der Liegenschaft vorbeifahren und immer wieder den Namen des Verstorbenen lesen müssen, daran denkt wohl keiner. Es ist wirklich haarsträubend, dass ein neuer Wirt einfach den alten Restaurantnamen übernehmen darf. Dazu kommt, dass die Pizzeria seit 1978 bestand und dies auch auf dem Restaurantschild vermerkt ist. Auch das wird einfach so belassen.
Da schmückt sich der neue Wirt ja ganz schön mit fremden Federn! Wir wollten dies einfach klarstellen, denn auch die ehemaligen Gäste von Nicola sollen wissen, woran sie jetzt sind.
Vera Moscardini Quellenstrasse 16, 9403 Goldach
Wilen-Wartegg soll Ort der Ruhe bleiben
«Kirchliche Liegenschaft abgeben?», Tagblatt vom 25. März
«Kein Bedarf mehr für die Kirchgemeinde» ist zu lesen zum Antrag, Bauland zu verkaufen. Aber: Grünland ist zur Rarität geworden, und Wohnraum steht zuhauf leer, bereit, bewohnt zu werden.
Der Erlös wird zum Teil zur Renovation der Kaplanei verwendet – und als Zückerchen zur Steuersenkung? Man sollte etwas nicht ausser acht lassen: Wilen-Wartegg war eine Einheit. Wundervoll ineinander gefügt. Bis der Mensch habgierig seine Hand ausstreckte. Nun geht es der Kaplanei an den Kragen. Ob der Heimatschutz des Kantons St. Gallen in Aktion tritt, ist zu bezweifeln. Denn er hätte vor Jahrzehnten Zeichen setzen müssen.
Wir haben das Kolumban-Zentrum; dort können Aktivitäten stattfinden. Als Ort der Ruhe für Menschen ist Wartegg gedacht. Dass diese Ruhe in Frage gestellt ist, dafür werden die gewünschten Parkplätze sorgen, die wieder viel Boden verschlingen. Eigenartige Handlungsweise auf Kosten der Steuerzahler. Gebt doch der Natur und dem Wartegg eine Chance.
Anna Räbsamen Waid 2, 9404 Rorschacherberg
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