Tagblatt Online, 25. April 2008 00:30:59
Resolution für den Warteggpark
Der Naturschutzverein und seine Freunde appellieren an die Verantwortung der Kantonalbanken
Rund fünfzig Personen appellierten an die Verantwortung der Kantonalbanken, um den Warteggpark als Ganzes zu erhalten. (Bild: Bild: pd)
Rorschacherberg. Eine an der Hauptversammlung des Naturschutzvereins von rund fünfzig Personen gefasste Resolution fordert die Kantonalbanken auf, auf die Errichtung von Wohnbauten im Warteggpark zu verzichten.
Peter Beerli
Die Hauptversammlung des Naturschutzvereins stand im Zeichen der Rettung des Warteggparks. Marco Untersee, Akkordeon, und Thomas Kuster, Flöte, führten eine Begehung des Parks an. Auf diesem Rundgang wurde auf die Gefahren hingewiesen, welche dem Park um das Schloss noch immer drohen.
Für einen guten Weg
In den Erläuterungen zur Resolution erinnerte der Vorstand des Naturschutzvereins, dass der Gemeinderat das Baugesuch der Swisscanto unter Verweis auf die Rechtslage bewilligt hat, gleichzeitig aber das Ziel anvisiert, den Warteggpark ohne massive Überbauung zu erhalten. Mit der Resolution mit folgendem Wortlaut werden die Verantwortlichen vom Naturschutzverein aufgefordert, zur Erreichung dieses Ziels einen guten Weg zu finden: «Wir fordern die Swisscanto und die hinter ihr stehenden Kantonalbanken auf, von Wohnbauten im Warteggpark abzusehen. Die Realisierung der geplanten Wohnblöcke würde das hochrangige Kulturgut der Parkanlage Wartegg als ganzes zerstören. Dies wäre für Generationen ein unbegreiflicher betonierter Skandal in der Kulturregion Bodensee. Wir erwarten, dass die Thurgauer Kantonalbank und die St. Galler Kantonalbank als prosperierende, der Öffentlichkeit besonders verpflichtete Bankinstitute alles in ihrer Verantwortung Stehende unternehmen, dass das Kulturgut Warteggpark als Gesamtanlage für kommende Generationen erhalten und gepflegt wird.»
Mahnung an Kantonalbanken
Der Vorstand des Naturschutzvereins erinnerte daran, dass die Thurgauer Kantonalbank an der konkursamtlichen Versteigerung im Jahre 2002 die westlichen Parkareale übernommen hatte. Sie tat dies mit 9,5 Millionen Franken weit über dem amtlichen Schatzungswert von 5,6 Millionen Franken. Man sei gespannt gewesen, wie sie mit der neuen kulturellen Verantwortung als Park-Besitzerin umgehen würde. Schon damals sei klar gewesen, dass die Parkanlage mit dem wiedererstandenen zentralen Schlossgebäude als ganzes betrachtet werden musste. Klar erkennbar sei auch gewesen, dass der Park als einmaliges Kulturgut durch eine Überbauung zerstört würde. Offenbar blind für diese Tatsache, hätte die Thurgauer Kantonalbank den südlichen Teil an eine regionale Baugesellschaft und den Rest an Swisscanto als Baugelände verkauft. Die Swisscanto-Stiftung als Gemeinschaftsunternehmen der schweizerischen Kantonalbanken habe die Aufgabe, Vorsorgegelder mit guter Rendite nachhaltig zu investieren. Mit dem Bau von Wohnblöcken im Warteggpark würde die Swisscanto mit ihr anvertrautem Vorsorgekapital öffentliches Kulturgut für immer zerstören.
Ein Schlag für den Verein
Im Jahresbericht des Naturschutzvereins erinnerte Präsident Peter Unseld daran, dass auch der Kampf für die Beibehaltung des kantonalen Verbandsbeschwerderechts den Vorstand stark beansprucht habe. Mit einer Inserate-Kampagne, die auch die von Roswitha Dierauer geführte Rechnung strapazierte, hatte sich der Verein dafür eingesetzt. Dass dieser Kampf schliesslich in der Volksabstimmung verloren ging, bedeutete einen harten Schlag für den Verein.
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