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Tagblatt Online, 22. Dezember 2007 00:30:59

Ein Haus statt 50 Wohnungen

Etappensieg bei der Bewahrung des Warteggparks vor Bauten ? Die Gemeinde trägt eine halbe Million Franken bei

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Statt im Warteggpark (rot) kann die Tübag auf Ersatzland (blau) bauen, zwischen Thalerstrasse und Autobahn östlich der RHB-Bahnlinie.

Rorschacherberg. Die Verträge sind unterschrieben. Sie halten fest, dass auf dem südlichen der beiden Baugebiete im Warteggpark nicht 50 Wohnungen entstehen, sondern Parkbäume bleiben. Für den Nordteil hingegen läuft das Baugesuch weiter.

Fritz Bichsel

«Für Wartegg Süd haben wir die angestrebte Ersatzlösung gefunden», berichtete der Rorschacherberger Gemeindepräsident Ernst Tobler gestern. Baulandtausch, Aufpreis und Umzonungen ermöglichen, dass auf 9500 Quadratmetern bisherigem Bauland im Park lediglich ein Einfamilienhaus gebaut wird (siehe Seite «kanton st. gallen»). Als «geistigen Vater» nennt Ernst Tobler den Eigentümer des Ersatz-Baulandes, Anton Wirth. Aufgrund hoher emotionaler Bindung an den Warteggpark habe er Hand geboten für diese Lösung.

«In glücklicher Lage»

Anton Wirth tauscht sein Bauland zwischen Thalerstrasse und Autobahn, wo eine Siedlung entstehen kann, gegen die obere Baufläche im Park, wo er nur noch ein Einfamilienhaus bauen kann auf der etwa 1500 Quadratmeter grossen Parzelle nördlich der Kapelle. Dafür in einmaliger Umgebung. Die Tübag als Eigentümerin der Fläche im Park, die nun weitgehend nicht überbaut wird, erhält Ersatz-Bauland und Geld bis zum Gegenwert. Zudem darf sie damit rechnen, am neuen Ort eher bauen zu können als in der Oase Wartegg, die breite Kreise der Bevölkerung grün bewahren wollen. «Und wir kamen in die glückliche Lage, ein grosses Anliegen der Öffentlichkeit erfüllen zu können», sagt der Gemeindepräsident. Das geschieht zum Preis von einer halben Million Franken Gemeindebeitrag – während erzwungene Auszonung von Bauland wohl Millionen gekostet hätte. Ernst Tobler beurteilt das ganze Vertragswerk denn auch als Lösung, die allseits Entgegenkommen verlangt habe, aber allen Beteiligten auch etwas bringe.

Nun entscheiden die Bürger

Umgesetzt werden kann sie, wenn die Bürger zustimmen: Gemeindebeitrag, dichtere Bauweise auf dem Ersatz-Bauland und Zonenänderungen im Park unterstehen dem Referendum. Die Bürger können sie stillschweigend genehmigen oder Abstimmungen verlangen. Der Gemeinderat wird als nächsten Schritt Anfang Januar die halbe Million dem Referendum unterstellen.

«Für den empfindlichsten Teil»

«So können wir den empfindlichsten Teil der Baugebiete im Park grün erhalten, das Schloss vor nahen Bauten bewahren», sagt der Gemeindepräsident. Und was geschieht im Nordteil, wo etwa 70 Wohnungen projektiert sind? Das Gesuch um eine Baubewilligung läuft nach kleineren Änderungen weiter. Die Eigentümer wollen bald bauen. Ob auch für das letzte Baugebiet im Park eine Ersatzlösung möglich ist, lässt sich noch nicht beantworten.

kanton st. gallen/10


IG Warteggpark gebildet

Aus dem Kreis der 2200 «Freunde des Warteggparks» fanden sich einige Einwohner von Rorschacherberg zu einer Interessengemeinschaft zusammen, um «aktiv für die Erhaltung des Warteggparks zu arbeiten». Zur neuen Entwicklung schreibt die IG: «Wir freuen uns, dass der Gemeinderat nun eine Lösung für die südwestliche Parzelle vorschlägt. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das Ziel der IG bleibt weiterhin, den Park als Ganzes zu erhalten.» Sie will die Vorgeschichte transparent machen, Lösungsansätze zur Diskussion stellen und Mut machen, die ganze Parkanlage zu schützen. Dazu hält sie fest, «dass die Ausgangslage grundlegend verändert ist». Bauland sei eingezont worden als Konzession an frühere Eigentümer zur Rettung des Schlosses. Das Bauland wurde aber separat verkauft. Das Schloss restaurierten die heutigen Eigentümer aus eigenen Mitteln. (pd/red.)





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