Tagblatt Online, 29. November 2006 00:30:59
Die FHS kommt nach St. Gallen
Für die Kantonsräte der Region Rorschach ist das ehemalige Alcan-Areal als Standort für die neue Fachhochschule (FHS) vom Tisch.
150 000 Franken wollten die Promotoren eines FHS-Standortes Rorschach vom Kantonsrat. Der Kredit sollte einen Vergleich des Alcan-Areals in Rorschach mit dem vorgesehenen Standort «Bahnhof Nord» in St. Gallen ermöglichen. Mit 152:17 schmetterte der Rat dieses Ansinnen aber wuchtig ab. Zuvor hatte Erziehungschef Hans Ulrich Stöckling das Parlament zu einem deutlichen Zeichen für den Standort St. Gallen aufgefordert. Nur mit einem klaren Bekenntnis zu St. Gallen seien die Nachbarkantone als Mitträger der Fachhochschule bereit, bei der Stange zu bleiben. Im harten Wettbewerb der Fachhochschulen dürfe nicht aus regionalpolitischen Überlegungen Terrain verschenkt werden. Bauchef Willi Haag doppelte nach, mit den anbegehrten 150 000 Franken wäre allenfalls ein Plausibilitäts-, aber kein seriöser Projektvergleich möglich. Indem er dieser Argumentation folgte, fällte der Rat faktisch einen Standortentscheid für St. Gallen.
Für den Goldacher Gemeindepräsidenten Thomas Würth (CVP) ist damit das Alcan-Areal vom Tisch: «Wir werden uns nicht mehr engagieren.» Vor allem würden sich die Kantonsräte aus der Region Rorschach in der Volksabstimmung nicht gegen das St. Galler Projekt stellen. «Dass der Kanton plötzlich ohne Fachhochschule dasteht, wollen wir nicht riskieren», sagt Würth.
Ob die Interessengemeinschaft Fachhochschule Rorschach und die privaten Eigentümer des Alcan-Areals den Kampf ebenfalls aufgeben, ist offen. Ihr Hauptargument, die FHS liesse sich in Rorschach um 30 Mio. Franken billiger realisieren, könnte in einem Abstimmungskampf durchaus Gewicht haben. (lü)
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