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Tagblatt Online, 07. April 2006 00:30:59

Die CVP spannt ein neues Ross vor

Vom Quereinsteiger Walker zum Berufspolitiker Müller

st. gallen. Die St. Galler CVP hat eine wichtige Weiche für den Wahlherbst 2007 gestellt. Der einstige Quereinsteiger Felix Walker geht. Für ihn rutscht der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller in den Nationalrat nach.

silvan lüchinger

Über einen vorzeitigen Rücktritt von Felix Walker wurde seit längerem spekuliert. Dass er erst jetzt geht, hat mit einer Funktion zu tun, die Walker zu Ende führen will: Er ist Präsident jener Kommission, welche die Anschlussgesetzgebung zum neuen Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen vorbereitet.

Finanzpolitik ist denn auch jener Bereich, der dem gebürtigen Walliser rasch zu nationaler Bekanntheit verhalf. 1999 für den in den Ständerat gewählten Eugen David nachgerutscht, wurde Walker bereits 2003 Präsident der einflussreichen Finanzkommission, die er bis Ende 2005 präsidierte. Zuvor hatte er mit seiner Motion zur Beschränkung des Ausgabenwachstums auf die Teuerung einen der Grundsteine für die Stabilisierung des Bundeshaushalts gelegt.

Walkers Einstieg in die Politik fiel mit dem Zeitpunkt seiner Pensionierung zusammen. Vorher war er während 20 Jahren zuerst als Direktor des Schweizer Verbandes der Raiffeisenbanken, dann als Vorsitzender der Raiffeisen-Geschäftsleitung tätig gewesen. Der späte Quereinstieg habe durchaus Vorteile gehabt, sagt er heute: «Die Verfügbarkeit ist höher, die Unabhängigkeit grösser. Zudem konnte ich Lebenserfahrung und angesammeltes Fachwissen einbringen.»

Walkers Nachfolger Thomas Müller hat bereits Parlamentserfahrung. Zwölf Jahre war er Mitglied des Gemeindeparlaments Rorschach, acht Jahre sass er im Kantonsrat. National gewirkt hat er im Vorstand des TCS Schweiz; kurzfristig eine nationale Figur wurde Müller als Präsident jenes FC St. Gallen, der 1999 Schweizer Fussballmeister wurde.

CVP-Kantonalpräsident Urs Schneider betont, Walkers Rücktritt sei allein dessen Entscheid. Für die Partei sei aber bedeutsam, dass sie «einen Vertreter der wichtigen Achse Rorschach-St. Gallen-Wil in Bern hat».





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