Der Sport kann "No Billag" nicht gebrauchen

ALLGEMEINES ⋅ Für SwissTopSport, den Zusammenschluss der 21 grössten Sportanlässe der Schweiz, ist es eindeutig: Die Annahme der No-Billag-Initiative hätte tiefgreifende Folgen für den Schweizer Sport.
02. Februar 2018, 17:33

Am 4. März entscheidet das Stimmvolk darüber, ob Radio- und Fernsehgebühren abgeschafft werden. Bereits Ende November 2017 hat sich Swiss Olympic dezidiert dazu geäussert, was ein Ja zur Initiative bedeuten würde. "Zahlreiche Schweizer Radio- und Fernsehsender wären in ihrer Existenz bedroht, die Angebotsvielfalt würde stark reduziert. Dies hätte auch negative Auswirkungen auf die Schweizer Sportlandschaft", sagte Christof Kaufmann damals, der Leiter Public Affairs.

Gleich wie beim Dachverband lautet das Credo auch bei den Veranstaltern der wichtigsten Sportanlässen des Landes. "Wir wissen nicht, wie es ohne SRG weitergehen soll", sagte Christoph Joho, der Co-Direktor von Weltklasse Zürich, an einer Medienkonferenz stellvertretend.

Ruedi Kunz, der Präsident von SwissTopSport, machte klar: "Wenn die No-Billag-Initiative durchkommt, haben wir als Nebensportart ein Problem." Der Berner Oberländer organisiert seit bald 18 Jahren das Beachvolleyball-Turnier in Gstaad. "Ohne SRG hätten wir keine Chance zu überleben."

Losgelöst von emotionalen Plädoyers verwies Kunz auf eine vom Bundesamt für Sport in Auftrag gegebene Studie. Gemäss dieser generiert der Schweizer Sport jährlich eine Bruttowertschöpfung von acht Milliarden Franken, der Umsatz beträgt 15 Milliarden.

Die Grossveranstaltungen machen zusammen rund 355 Millionen Umsatz, davon entfallen 193 Millionen (plus 213 Millionen indirekte Effekte) auf die 21 grössten Anlässe wie die Swiss Indoors, die alpinen Ski-Weltcuprennen, Weltklasse Zürich, der Spengler Cup oder die Tour de Suisse. "Es ist für das Image der Schweiz wichtig, was wir nach aussen tragen", so Kunz, der auf die Wichtigkeit und die Strahlkraft der SRG-Bilder auch für den Tourismus verwies.

Urs Näpflin, der OK-Präsident der Lauberhorn-Rennen, illustrierte den "Teufelskreis" an einem Beispiel. "Unsere Veranstaltung, die wie ein Kartenhaus aufgebaut ist, wird zu zwei Dritteln durch Partner und Sponsoren finanziert. Die SRG-Bilder bilden gewissermassen die unterste Stufe dieses Kartenhauses. Wenn 'No Billag' angenommen wird, ist klar, was passiert. Kein privates Medienhaus wäre in der Lage, solche Produktionen kurzfristig sicherzustellen." Näpflin und SwissTopSport gaben zu bedenken, dass landesweite und vor allem frei empfangbare Ausstrahlungen von Livebildern für private Anbieter kaum tragbar wären. (sda)


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