Küngs Comeback an EM als WM-Test

RAD ⋅ Erstmals ist an den heute beginnenden Strassen-Europameisterschaften auch die Elite startberechtigt. In Plumelec werden die kontinentalen Titel im Zeitfahren und auf der Strasse vergeben.

14. September 2016, 08:01

Aus Schweizer Sicht stösst in der Bretagne das Comeback von Stefan Küng auf grosses Interesse. Der 22-jährige Thurgauer war vor fast drei Monaten anlässlich der Schweizer Meisterschaften im Zeitfahren im Wallis schwer gestürzt. In Plumelec nimmt er nur am Zeitfahren, welches bei der Elite über 44 km führt, teil. Für Danilo Hondo, der an den Europameisterschaften den abwesenden Nationaltrainer Luca Guercilena vertritt, steht bei Küngs Comeback nicht der Rang im Vordergrund. "Stefan kommt von einer schweren Verletzung zurück. Er soll die EM als Test nehmen, sich möglichst wohl auf dem Rad fühlen und auch ohne Druck starten können", sagt der ehemalige Strassenprofi aus Deutschland. "Wir wollen einfach mal sehen, wo er jetzt auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Katar (Mitte Oktober - Red.) steht."

Eine Topplatzierung erhofft sich Hondo eher von Théry Schir, der als zweiter Schweizer Fahrer an der Prüfung gegen die Uhr teilnimmt: "Die Olympischen Spiele auf der Bahn liefen nicht so gut, weshalb er froh ist, diese Chance zu erhalten. Ein Abschneiden in den Top 8 wäre für Théry toll. Doch es kommen natürlich einige Fahrer, die zuletzt an der Vuelta über gute Beine verfügten."

Albasini wohl in Leaderrolle

Provisorisch gemeldet sind für die EM-Strassenpremiere der Profis Stars wie der slowakische Weltmeister Peter Sagan, der starke Franzose Julian Alaphilippe oder auch der ehemalige Vuelta-Gesamtsieger Fabio Aru aus Italien. Wer genau am Sonntag im Rennen über 236,3 km auch wirklich starten wird, ist noch offen. Interims-Nationaltrainer Hondo glaubt, dass der selektive und technisch anspruchsvolle Rundkurs Michael Albasini "wirklich liegen könnte, auch wenn er sich zuletzt etwas rar gemacht hat. Dazu gilt es auch zu schauen, wie sich unsere Jungs aus der Vuelta fühlen und was sie sich zutrauen." Im neunköpfigen Aufgebot von Swiss Cycling haben Mathias Frank sowie Danilo und Marcel Wyss die Spanien-Rundfahrt bestritten und teils für Aufsehen gesorgt.

Die ersten EM-Titel im Strassenradsport für Elitefahrer hätten ursprünglich in Nizza vergeben werden sollen. Aus Sicherheitsgründen verzichtete die Stadt nach dem Anschlag von Mitte Juli darauf, und Plumelec sprang kurzfristig als Organisator ein. (sda)


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