De Gendt verhindert spanisches Märchen

VUELTA ⋅ Der Belgier Thomas de Gendt gewinnt in Gijon die 19. Etappe der Spanien-Rundfahrt. Damit lässt er die Spanier weiter auf den ersten Tagessieg eines einheimischen Fahrers warten.
Aktualisiert: 
08.09.2017, 19:34
08. September 2017, 17:46

De Gendt war nach 149,5 km der Schnellste einer neunköpfigen Spitzengruppe, die das Ziel über zwölf Minuten vor dem Verfolgerfeld erreichte. Der 30-Jährige vom belgischen Team Lotto Soudal, der auch schon eine Etappe an der Tour de France (2016) und im Giro d'Italia (2015) gewonnen hatte, verwies im Spurt den Kolumbianer Jarlinson Pantano und den Spanier Ivan Garcia auf die Plätze 2 und 3.

Beinahe hätte der aus Gijon stammende Garcia in seiner Geburtsstadt die Sehnsucht der Spanier nach dem ersten Vuelta-Etappensieg eines einheimischen Fahrers in diesem Jahr gestillt. Der erst 21 Jahre alte Jungprofi vom Team Bahrain Merida lag auf der Zielgerade lange auf Siegkurs, letztlich fehlte ihm aber die Kraft und er wurde noch von zwei Konkurrenten überspurtet. Letztmals blieben die Spanier in der Vuelta 1996 ohne Etappenerfolg. Der Gesamtsieger damals hiess Alex Zülle.

Ruhe vor dem Sturm

Die Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg erlebten lange einen ruhigen Tag, bis der Gesamtfünfte Alberto Contador rund 19 km vor dem Ziel in die Offensive ging. Der nimmermüde Spanier, der sich bei dieser Vuelta vom Radsport verabschiedet, konnte sich im letzten Anstieg des Tages zum Alto de San Martin de Huerces etwas absetzen, wurde in der Abfahrt aber wieder eingeholt. Weil alle Favoriten das Ziel gleichzeitig erreichten, führt Froome in der Gesamtwertung weiterhin 1:37 Minuten vor dem Italiener Vincenzo Nibali und 2:17 Minuten vor dem Niederländer Wilco Kelderman.

Die letzte grosse Hürde vor seinem ersten Vuelta-Gesamtsieg wartet auf Froome am Samstag im 12,5 km langen Schlussanstieg auf den gefürchteten Angliru in Asturien. Die Bergstrasse mit bis zu 23,6 Steigungsprozenten liegt dem vierfachen Gesamtsieger der Tour de France eigentlich überhaupt nicht. Trotzdem sagte Froome: "Der Angliru-Anstieg ist wahrscheinlich der härteste dieser Vuelta. Aber ich fühle mich gut und kann mich auf mein Team verlassen. Ich bin zuversichtlich." (sda)


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