Albasini überzeugt mit starkem Auftritt

WM IN BERGEN ⋅ Die Vertreter von Swiss Cycling liefern im WM-Strassenrennen im norwegischen Bergen eine starke Leistung ab. Michael Albasini sprintet in den starken 7. Rang.
24. September 2017, 19:43

Als auf der letzten von zwölf Runden und nach 255 Kilometern das Finale lanciert wurde, waren die Schweizer ganz vorne dabei. Silvan Dillier führte das Feld als Leader in den letzten Anstieg, dicht gefolgt von Michael Albasini. Dillier legte mit dem Effort die Grundlage dafür, dass Albasini mit den Besten über den Berg kam und schliesslich in der Spitzengruppe die Zielgerade erreichte.

Auf den letzten Metern bewies Albasini wie bereits vor einer Woche bei zwei kleineren Rennen in Italien seine Qualitäten als Sprinter. Der Thurgauer, der mit seinen bald 37 Jahren als Viertältester überhaupt in das WM-Rennen gestartet war, musste vor hunderttausenden euphorischen Zuschauern an der Strecke nur sechs Fahrern den Vortritt lassen. Er sorgte damit für das beste Schweizer WM-Ergebnis seit sechs Jahren.

Im Sprint abgedrängt

Wäre er vom Franzosen Julian Alaphilippe nicht noch leicht abgedrängt worden, hätte Albasini wohl ein noch besseres Resultat erreicht. "Das gibt es halt in einem Sprint", kommentierte der Routinier die Szene, die ihn "zwei, drei Positionen" kostete, seine Freude über das Ergebnis aber nicht trübte.

"Ich zeigte heute, dass ich mit den besten Fahrern mithalten konnte. Am Ende waren die besten Sprinter halt immer noch da, insofern ist es ein sehr gutes Resultat", sagte der Thurgauer, der zwar als endschneller Fahrer gilt, aber nicht zu den klassischen Sprintern zählt.

In den letzten Jahren hatte an einer WM einzig Fabian Cancellara zweimal ein besseres Resultat für die Schweiz eingefahren, 2009 in Mendrisio (5.) und 2011 in Kopenhagen (4.). Albasinis bisher beste Klassierung war ein 17. Rang an den Titelkämpfen 2012 im niederländischen Valkenburg. Damals hatte er (in Abwesenheit Cancellaras) zum bisher einzigen Mal die Schweizer Equipe als Leader angeführt.

Versöhnlicher Abschluss

"Wenn man mit nur sechs Fahrern in das Rennen steigen kann, dann darf man keinen zu früh opfern", hielt Nationaltrainer Danilo Hondo fest. Der Deutsche war mit seinen Schützlingen, die alle das Ziel erreichten, dann auch entsprechend zufrieden.

Ein positives Fazit über das Rennen zog auch Thomas Peter, der Leistungssportchef von Swiss Cycling: "Mit dem 7. Rang ist uns ein Top-Resultat gelungen. Das Team als Ganzes hat ein sehr starkes Rennen gezeigt." Für Peter war es ein "versöhnlicher Abschluss" der WM, nachdem er sich zuvor insbesondere in den Zeitfahren ein besseres Abschneiden erhofft hatte. (sda)


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