Ein Stück Schweiz in Südkorea

OLYMPISCHE WINTERSPIELE ⋅ Im House of Switzerland wird dezent gefeiert und kommuniziert. Aber weniger schrill ist keineswegs weniger spannend. Ein Bekannter von Gigi Buffon kümmert sich um den olympischen PR-Effekt.
10. Februar 2018, 03:57

Im eleganten, grosszügigen Holzkubus markiert das Eidgenössische Amt für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit einer von Nicolas Bideau geführten Crew gekonnt Präsenz. Vor vier Jahren empfingen die USA im Elementbau Gäste, nun wird die öffentliche Begegnungsstätte seit Rio 2016 zum zweiten Mal vom EDA betreut.

"Es geht uns darum, ein kleines Stück Schweiz zu präsentieren", sagt Bideau, der leidenschaftliche Diplomat und frühere Leiter der Sektion Film auf Bundesebene. Zum Auftakt empfing Bideau eine zehnköpfige südkoreanische Medien-Delegation; die Asiaten sind interessiert und zufrieden mit dem ruhigen Ambiente.

Das grosse Kino verspricht der Ex-Monsieur Cinéma zwar nicht, aber er steht dem grössten Team der Schweizer Olympia-Equipe vor. Gegen 37 Mitarbeiter stellen sich in irgendeiner Form bis spätabends in den Dienst der Gäste - für das Eishockey-Nationalteam stehen "nur" 25 Spieler im Einsatz.

Um das Marketing kümmert sich eine illustre Persönlichkeit: Mike-David Burkhard, ein dynamischer PR-Fachmann mit spannendem Curriculum Vitae. Nach Abschluss seines Wirtschafts- und Politik-Studiums jobbte er vorübergehend beim italienischen Serie-C-Verein Carrarese Calcio.

Burkhard war dem Ruf einer WM-Ikone gefolgt: Gigi Buffon, der erfolgreichste Keeper der Juventus-Geschichte und vormalige Klub-Financier hatte ihn in die Toskana gelotst. Die tschechische Ex-Frau Buffons hatte die beiden verlinkt. "Wir schätzen und kennen uns mittlerweile seit bald neun Jahren", sagt der Netzwerker vom Bund.

Schnee und Eis sind für den Sportmanager mir koreanischen Wurzeln in der Regel nicht das bevorzugte Terrain. "Ich komme eher aus dem Fussball und würde da auch ganz gerne wieder hin." Seit dem FIFA-Master-Abschluss reizt ihn ein Comeback im Ball-Business mehr denn je.

Den Zuspruch Buffons hat der Schweizer House-Spezialist. Der Charakterkopf mit über 3 Millionen Social-Media-Begleitern verfolgt die Karriere des innovativen Zürchers. Mit einem olympischen Blitzbesuch des 40-jährigen Buffon ist gleichwohl nicht zu rechnen - der Weltmeister von 2006 steht am Freitag mit Juventus Turin in Florenz auf dem Rasen.

(sda)


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