Lüthi Zehnter, Raffin sensationell Vierter

MOTORRAD ⋅ Tom Lüthi kann seinen Rückstand in der WM im GP von Australien in Phillip Island nicht verringern. Er wird Zehnter, während Jesko Raffin als Vierter das Rennen seines Lebens zeigt.
Aktualisiert: 
22.10.2017, 08:34
22. Oktober 2017, 07:30

Lüthi, der Weltmeister in der 125er-Klasse 2005, konnte das Tempo der Spitzenfahrer nie mitgehen. Der 31-jährige Emmentaler, der im Warm-Up-Training gestürzt war, konnte sich auch in der Gruppe, die um Rang 6 kämpfte, nicht durchsetzen und beendete das Rennen im 10. Rang.

WM-Leader Franco Morbidelli baute mit seinem dritten Platz hinter dem KTM-Duo mit Miguel Oliveira und Brad Binder die Führung auf 29 Punkte aus und kann schon in einer Woche beim nächsten Rennen in Malaysia den WM-Titel feiern. 2018 sind Morbidelli und Lüthi in der MotoGP im Marc-VDS-Rennstall Teamkollegen.

Bester Schweizer wurde überraschend Lüthis Teamkollege Jesko Raffin. Der 21-jährige Zürcher, der seinen Platz 2018 im Team von Fred Corminboeuf wohl verlieren wird, zeigte das Rennen seines Lebens und wurde Vierter. Aufs Podest fehlten ihm nur 3,5 Sekunden. Dominique Aegerter, im Qualifying am Samstag als bester Schweizer Achter geworden, klassierte sich im 8. Rang.

Marquez vor 6. WM-Titel

Marc Marquez steht im Alter von erst 24 Jahren bereits vor seinem 6. WM-Titel. Der spanische Honda-Fahrer gewann in der Königsklasse in einem spektakulären Rennen ständigen Führungswechseln mit knapp zwei Sekunden Vorsprung auf das Yamaha-Trio mit Valentino Rossi, Maverick Viñales und Johann Zarco.

Mit seinem 6. Saisonsieg (total 61) baute Marquez zwei Rennen vor Schluss die WM-Führung weiter aus. Der italienische Ducati-Fahrer Andrea Dovizioso, der als einziger Marquez den Titel noch streitig machen könnte, wurde nur 13. und liegt bereits 33 Zähler zurück (236:269).

Mir vorzeitig Weltmeister

Der Spanier Joan Mir ist der neue Weltmeister in der Moto3-Klasse und damit Nachfolger des Südafrikaners Brad Binder. Der 20-jährige Mallorquiner gewann in Phillip Island bereits sein 9. Saisonrennen und kann vor den letzten zwei Grand Prixs in Malaysia und Valencia vom Italiener Romano Fenati nicht mehr eingeholt werden (296:226 WM-Punkte).

Das Rennen wurde nach 17 von 23 Runden wegen Regens abgebrochen, gewertet wurde der Stand nach 15 Runden, als Mir vor seinem belgischen Teamkollegen Livio Loi führte und Fenati nur auf Rang 6 lag. Mir steigt 2018 in die Moto2 auf und wird im Marc-VDS-Team Nachfolger von Franco Morbidelli.

Philipp Island (AUS). Grand Prix von Australien. MotoGP (27 Runden à 4,448 km = 120,096 km): 1. Marc Marquez (ESP), Honda, 40:49,772 (176,4 km/h). 2. Valentino Rossi (ITA), Yamaha, 1,799 Sekunden zurück. 3. Maverick Viñales (ESP), Yamaha, 1,826. - Ferner: 13. Andrea Dovizioso (ITA), Ducati, 21,692. 15. Jorge Lorenzo (ESP), Ducati, 26,168. - Schnellste Runde (2.): Johann Zarco (FRA), Yamaha, in 1:29,572 (178,7 km). - 23 Fahrer gestartet, 22 klassiert.

WM-Stand (16/18): 1. Marquez 269. 2. Dovizioso 236. 3. Viñales 219. 4. Rossi 188.

Moto2 (25 Rd/111,2 km): 1. Miguel Oliveira (POR), KTM, 39:25,290 (169,2 km/h). 2. Brad Binder (RSA), KTM, 2,974. 3. Franco Morbidelli (ITA), Kalex, 3,846. 4. Jesko Raffin (SUI), Kalex, 7,348. - Ferner: 8. Dominique Aegerter (SUI), Suter, 12,444. 10. Tom Lüthi (SUI), Kalex, 12,605. - Schnellste Runde (24.): Binder in 1:33,864 (170,5 km). - 30 Fahrer gestartet, 23 klassiert. - Nicht gestartet: Xavier Simeon (BEL), Kalex (Finger gebrochen im Qualifying).

WM-Stand (16/18): 1. Morbidelli 272. 2. Lüthi 243. 3. Oliveira 191. - Ferner: 12. Aegerter 82. 19. Raffin 25.

Moto3 (15 Rd/66,72 km): 1. Joan Mir (ESP), Honda, 24:51,490 (161,0 km/h). 2. Livio Loi (BEL), Honda, 0,351. 3. Jorge Martin (ESP), Honda, 0,359. - Schnellste Runde (7:): Gabriel Rodrigo (ARG), KTM, in 1:37,898 (163,5 km/h). - Das Rennen nach 17 von 23 Runden wegen Regens abgebrochen und beim Stand nach 15 Runden gewertet. - 31 Fahrer gestartet, 24 klassiert.

WM-Stand (16/18): 1. Mir 296 (Weltmeister). 2. Romano Fenati (ITA), Honda, 226. 3. Aron Canet (ESP), Honda, 184.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Malaysia am 29. Oktober. (sda)


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