Zwei neue Gesichter

EISHOCKEY ⋅ Thurgaus Eishockeyaner sind gegen Rapperswil-Jona lange auf dem Weg zu einer Überraschung. Erst am Ende setzt sich der verunsicherte Favorit mit 4:1 durch – nach einem Time-out Thurgaus.

09. November 2016, 15:51
Matthias Hafen
EISHOCKEY. Schlechte Neuigkeiten gab es für Hockey Thurgau schon vor dem gestrigen Spiel gegen Rapperswil-Jona. Der NLB-Elfte muss weiter auf seinen Aggressivleader Renato Engler verzichten. Womöglich fällt Thurgaus Topskorer länger aus, nachdem er im vorletzten Spiel in Visp einen Check in den Brustkorb erlitten hatte. Genaueres soll eine MRI-Untersuchung zutage bringen, die heute durchgeführt wird.
Englers Absenz hielt die Mannschaft von Trainer Stephan Mair jedoch nicht davon ab, die Begegnung mit dem NLB-Vierten vom Zürichsee voller Elan anzugehen. Mair hatte die Länderspielpause explizit genutzt, um am Boxplay zu feilen, also dem Spiel in Unterzahl. Das hatten seine Spieler auch nötig, wanderten sie doch auch in dieser Partie immer wieder auf die Strafbank. Jedoch scheint sich das Penalty-Killing der Thurgauer tatsächlich verbessert zu haben. Bei Spielmitte hielt die Box auch einer 47sekündigen 3-gegen-5-Situation stand, obwohl fast pausenlos die gleichen Spieler auf dem Eis standen.

Geyer bricht den Bann
Das vierte Unterzahlspiel, die fünfte Strafe insgesamt, war für Thurgau aber das eine zu viel. In der 43. Minute schoss Rapperswil-Jonas NLA-erprobter Verteidiger Cyrill Geyer von der blauen Linie durch Freund und Feind und erzielte das 1:1. Den Ausgleich hatten die St.Galler seit der zwölften Minute und Thurgaus Führungstreffer durch Andreas Küng gesucht – selten jedoch vehement. Offensichtlich hat die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson ihren Schwung, den sie vor der Länderspielpause aufgenommen hatte, zu einem grossen Teil wieder verloren.

Thurgau so diszipliniert wie lange nicht mehr
Mit einer Disziplin, wie man sie von dieser Mannschaft lange nicht mehr gesehen hat, hielt Thurgau die 1:0-Führung aber länger, als man annehmen konnte. Mairs Equipe stand zwar die längste Zeit unter Druck, liess jedoch fast keine torgefährlichen Aktionen der Rapperswiler zu. Und was aufs Gehäuse kam, hielt Goalie Sascha Rochow mit beeindruckender Sicherheit. Hätten die Thurgauer in den ersten 40 Minuten auch noch die eine oder andere Konterchance genutzt, die sich ergeben hatte, wäre die Heldentat, sprich der unerwartete Heimsieg, wohl Tatsache geworden. So aber kam es, wie es kommen musste. Thurgau hielt dem Druck des Gegners irgendwann nicht mehr Stand und verlor 1:4. Dass der Einbruch mit Cedric Hüslers Treffer zum 2:1 nur Sekunden nach dem Thurgauer Time-out passierte, hatte dabei eine ironische Note.

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