Bann ist gebrochen: Erster Heimsieg im siebten Anlauf

EISHOCKEY ⋅ Im letzten NLB-Punktspiel vor der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause ist Hockey Thurgau auf die Siegerstrasse zurückgekehrt. Das Team von Headcoach Stephan Mair bezwang den Tabellensiebten Martigny mit 4:3 nach Verlängerung.

30. Oktober 2016, 12:04
Markus Rutishauser

Als der Schwede Jacob Berglund rund eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Konter der Walliser in Unterzahl zum 1:3 verwertete, schien die Entscheidung in der mit knapp 800 Zuschauern gefüllten Weinfeldern Güttingersreuti gefallen zu sein. Berglund erwischte den zuvor tadellosen Thurgauer Schlussmann Kevin Huber in der nahen hohen Torecke. Die siebte Niederlage im siebten Heimspiel begann sich abzuzeichnen.

Geschenkter Ausgleich
Dabei dominierte Thurgau das Startdrittel gegen offensiv erstaunlich harmlose Gäste klar. Einzig Torhüter Nicola Aeberhard, der auf diese Saison hin von den Ostschweizern ins Wallis gewechselt hatte und vom slovenischen Trainer Kopitar Matjaz den Vorzug vor Stammkeeper Reto Lory bekam, bewahrte sein Team mehrmals vor einen deutlicheren Rückstand. So war das 1:0 durch Adrian Brunner ein zu bescheidener Ertrag. Der 29-Jährige kam gerade erst von der Strafbank zurück und wurde an der offensiven blauen Linie von Verteidiger Andrea Glauser perfekt lanciert. Rund vier Minuten später wäre der 20-jährige Defensivspieler dann allerdings am liebsten unters Eis gekrochen. Glauser liess sich die Scheibe vor dem eigenen Tor fahrlässig von Fabian Brem abluchsen, der dann keine Mühe bekundete, alleine vor Brunner einzunetzen. Mit dem 1:1 nur 43 Sekunden vor der ersten Sirene bescherte er seinem Team einen königlichen Ertrag für eine bescheidene Leistung.

Wundersame Wiederauferstehung
Dieser Schock verdauten die Thurgauer lange Zeit nicht. So war Martigny im Mitteldrittel hoch überlegen, wenn auch selten zwingend. Die Gastgeber brachten in den gesamten 20 Minuten nur gerade zwei Schüsse auf den Kasten von Aeberhard zustande, der wohl noch selten ein so geruhsames Drittel erlebte. Auf der anderen Seite blieb Huber auch beim 1:2 in der 33. Minute machtlos. Alexei Krutov schob einen Pass von Brem völlig freistehend ein. Und als Martigny in der 6. Minute des dritten Abschnitts sogar noch ein  Shorthander zum 1:3 gelang, schwand die Hoffnung auf den ersten Heimsieg auf eigenem Eis noch mehr. Einzig die Thurgauer Hardcorefans schienen weiter an ihr Team zu glauben und peitschten dieses mit Gesängen nach vorne. Mit Recht. Zuerst war es Tim Wieser, dem der Anschlusstreffer gelang. Schliesslich schoss Sin Schläpfer die Einheimischen mit einem Schlenzer in die weite Ecke nur vier Minuten später in die Verlängerung. In der Overtime war Thurgau das klar bessere Team und der Siegestreffer von Kevin Rohner nach 2:16 Minuten der verdiente Lohn für eine bemerkenswerte Willensleitung nach dem bitteren Shorthander.

Vier Spiele in einer Woche
In der NLB-Qualifikation liegt Hockey Thurgau nach 14 Runden mit neun Punkten auf dem 11. Rang, vier Zähler vor Schlusslicht HC Biasca Ticino Rockets, aber auch schon zehn Punkte hinter dem Achtplatzierten Ajoie. Die NLB-Qualifikation wird nach der Nationalmannschaftspause (Trainingslager und Deutschland Cup in Augsburg) mit vier Partien innerhalb einer Woche fortgesetzt. Thurgau trifft dabei auf die Rapperswil-Jona Lakers (8.11./heim), La Chaux-de-Fonds (11.11./auswärts), die Ticino Rockets (13.11./heim) und die GCK Lions (15.11./auswärts).

Hockey Thurgau – HC Red Ice Martigny 4:3 n.V. (1:1, 0:1, 2:1, 1:0)
Güttingersreuti, Weinfelden. – 788 Zuschauer. – Sr. Boverio; Cattaneo, Huguet.

Tore: 15. Brunner (Glauser) 1:0. 20. (19:17) Brem 1:1. 33. Krutov (Brem, L. Zanatta) 1:2. 46. Berglund (M. Zanatta; Ausschluss Brem!) 1:3. 50. Wieser (Wollgast, Andersons) 2:3. 54. Schläpfer (Brunner; Ausschluss Schommer) 3:3. 63. (62:16) Rohner (Schläpfer) 4.3.

Strafen: je 5-mal 2 Minuten.

Thurgau: Huber (Rochow); Gossweiler, Glauser; Parati, Wollgast; Nater, Forrer; Vaskivuo, Himelfarb, Rohner; Wieser, Brunner, Andersons; Schläpfer, Küng, Spiller; Bahar, Urech.

Martigny: Aeberhard (Lory); L. Zanatta, Iglesias; Vermeille, Birbaum; El Assaoui, Flyagin; M. Zanatta, T. Merola ; Brem, Berglund, Krutov; Vauclair, Brügger, M. Merola; Lakhmatov, Rexha, D. Malgin; Fischer, Schommer, Zorin.

Bemerkungen: Thurgau ohne Bucher, Arnold, Birrer und Engler (alle verletzt).
 


Leserkommentare

Anzeige: