Bittere Niederlage nach 3:0-Führung

HOCKEY THURGAU ⋅ Trotz eines beherzten Auftritts stand Hockey Thurgau am Ende mit leeren Händen da. Gegen den Tabellenzweiten Olten verlor das Team von Stephan Mair trotz einer 3:0-Führung unglücklich mit 3:4 Toren.

22. Oktober 2016, 23:47
Markus Rutishauser
EISHOCKEY. Die Enttäuschung bei Spielern und Fans war gross. Da zeigte Thurgau die bislang beste Saisonleistung vor heimischem Publikum und musste wegen eines späten Powerplay-Treffers von Marco Truttmann trotzdem ohne zählbaren Erfolg unter die Dusche. Das beste Auswärtsteam der Liga wahrte seine Ungeschlagenheit mit einer klaren Steigerung ab dem zweiten Drittel und bleibt erster Verfolger von Leader La Chaux-de-Fonds. Nach Verlustpunkten liegen die Solothurner sogar an der Tabellenspitze.

Thurgaus Rückstand auf den achten Platz beträgt dagegen weiterhin neun Zähler. Für die Ostschweizer folgen nun zwei wegweisende Spiele gegen direkte Playoff-Konkurrenten. Am nächsten Freitag gastiert man in Visp (10. Platz) und einen Tag später empfangen sie Martigny (8.).

Vaskivuo trifft schon wieder
Erstmals in dieser Saison kamen mehr als 1000 Zuschauern in die Weinfelder Güttingersreuti. Und sie wurden zu Beginn für ihre Treue fürstlich belohnt. Gegen den teilweise nonchalent auftretende Favoriten gelang dem Team von Stephan Mair ein Startdrittel nach Mass. Der Ex-Thurgauer Dominic Nyffeler zwischen den Pfosten des Tabellenzweiten musste sich in den ersten zehneinhalb Minuten gleich drei Mal bezwingen lassen. Schon nach 250 Sekunden traf Mike Vaskivuo zum 1:0. Es war dies bereits der vierte Treffer des 30-jährigen Stürmers im dritten Einsatz für die Thurgauer. Andri Spiller mit seinem ersten Saisontor (8. Minute) und Adrian Brunner (11.) erhöhten für die entfesselten Gastgeber auf 3:0. Olten zeigte bis dahin eine enttäuschende Leistung.

Favorit steigert sich
Offenbar fand der kanadische Trainer Maurizio Mansi in der Kabine aber die richtigen Worte. Ab dem Mitteldrittel steigerte sich der Tabellenzweite kontinuierlich. Dabei profitierte er von der ersten Strafe gegen Thurgau. Drei Sekunden bevor Renato Engler wieder aufs Eis zurückkehren durfte, verkürzte Philipp Wüst auf Vorarbeit von Marco Truttmann zum 3:1. Rückblickend vielleicht die Schlüsselszene. Als Remo Hirt nur knapp fünf Minuten später der Anschlusstreffer gelang, kamen die inzwischen drückend überlegenen Gäste wieder auf Kurs. Der inzwischen verdiente Ausgleich wollte ihnen vor der zweiten Pause allerdings nicht mehr gelingen. Das lag primär an Keeper Kevin Huber, der gegen seinen Ex-Klub eine starke Leistung zeigte.

Andersons vergibt Matchpuck
Den Ausgleichstreffer holte Justin Feser im dritten Powerplay der Solothurner nach. Erneut hatte der Ex-Thurgauer Marco Truttmann beim 3:3 in der 45. Minute seinen Stock im Spiel. Etwas überraschend verlor der Oltener Express in der Folge aber wieder an Fahrt. In der Schlussphase besassen die kämpferischen Ostschweizer sogar wieder die besseren Möglichkeiten. Allen voran Toms Andersons, der gut drei Minuten vor der Sirene nach einem Aussetzer des kanadischen Topscorers Curtis Gedig an der offensiven blauen Linie alleine auf Nyffeler zulaufen konnte, die Lücke zwischen dessen Schonern aber nicht fand.

Wenig später kassierte Andreas Küng für einen Stockschlag die matchentscheidende Strafe. Olten nützte diese Offerte eiskalt aus. Truttmann wurde von HCT-Verteidiger Manuel Gossweiler zu wenig entschlossen angegriffen und reüssierte mit einem Handgelenkschuss unter die Latte. Da waren noch 62 Sekunden zu spielen. Bis zur Schlusssirene geriet Oltens Sieg nie mehr in Gefahr, auch wenn Thurgau in den letzten 50 Sekunden mit einem sechsten Feldspieler die sechste Niederlage im sechsten Heimspiel abzuwenden versuchte.

Hockey Thurgau – EHC Olten 3:4 (3:0, 0:2, 0:2)
Güttingersreuti, Weinfelden. – 1005 Zuschauer. – Sr. Mandioni; Duarte, Krotak.
Tore: 5. Vaskivuo (Himelfarb, Engler) 1:0. 8. Spiller (Andersons) 2:0. 11. Brunner (Andersons) 3:0. 23. Wüest (Truttmann, Gedig; Ausschluss Engler) 3:1. 28. Hirt (Schneuwly) 3:2. 45. Feser (Gedig; Ausschluss Himelfarb) 3:3. 59. (58:58) Truttmann (Gedig, Feser; Ausschluss Küng) 3:4.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen Olten. 

Thurgau: Huber; Gossweiler, Glauser; Parati, Bucher; Nater, Forrer; Vaskivuo, Himelfarb, Engler; Spiller, Brunner, Andersons; Schläpfer, Küng, Bahar; Wieser, Urech, Rohner.

Olten: Nyffeler; Pargätzi, Meister; Kobach, Gedig; Bagnoud, Rouiller; Schnyder, Ast; Huber, Schneuwly, Hirt; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Morini, Mäder, Aeschlimann.

Bemerkungen: 11. Time-out Olten. – Thurgau ab 59:10 ohne Torhüter.

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