Thurgau zu harmlos

EISHOCKEY ⋅ Hockey Thurgau gelingt in Winterthur kein Tor. Stephan Mairs Team muss sich dem neuen Leader mit 0:2 beugen. Zu gross waren Thurgaus Mängel im Abschluss.

09. Oktober 2016, 17:13
Thomas Werner/Winterthur
EISHOCKEY. Fast auf die Sekunde genau zwei Stunden nach dem ersten Puckeinwurf beendete die Schlusssirene die erfolglosen Bemühungen der Thurgauer, ein Tor zu erzielen. Damit ist schon fast alles gesagt darüber, weshalb die Mannschaft von Trainer Stephan Mair als Verlierer vom Eis gehen musste. Zwei Tore im Schnitt waren ihr in den ersten sieben Partien gelungen. Ironie an diesem späten Samstagnachmittag: gegen Winterthur hätten dem Tabellenvorletzten in der Eishalle Deutweg zwei Treffer zum Sieg, mindestens aber zu einem Punktgewinn gereicht.

Chance bis in die Schlussminute
Weil die Winterthurer in den beiden ersten Spielabschnitten aus einem deutlichen Übergewicht an erfolgversprechenden Abschlussversuchen kein Kapital schlagen konnten, war für die Thurgauer bis in die Schlussminute hinein ein Punktgewinn möglich. Das 2:0 gelang Anthony Staiger erst 33 Sekunden vor Ende, als Thurgaus Goalie Sascha Rochow einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.

Zuvor hatte einzig Radovan Pulis für Winterthur getroffen. Der 25jährige Slowake beendete damit sein Gastspiel in Winterthur. Er war geholt worden, weil Trainer Michel Zeiter mit Adrian Wichser, Thomas Studer und Joshua Theodoridis drei Center verletzungsbedingt gefehlt hatten. Für mehr als die Verpflichtung für einen Monat fehlen dem EHC Winterthur nun allerdings die finanziellen Mittel.

An Willen und Einsatzbereitschaft fehlte es auf Thurgauer Seite auch in diesem Spiel nicht. Nach druckvollen Startminuten, brachten sich Mairs Akteure aber gleich selbst in Bedrängnis. Zweimal Patrick Parati, Toms Andersons und Renato Engler kassierten Strafen, die weniger einem Winterthurer Druck als eigener Undiszipliniertheit geschuldet waren. Rochow hielt aber mit sicheren Aktionen seine Mannschaft im Spiel. Auch in einer anderthalbminütigen Phase in doppelter Unterzahl. Zugute kam den Thurgauern allerdings auch die fehlende Präzision in den Abschlussversuchen der Gastgeber.

Thurgauer Steigerung im Schlussdrittel
Nach einem flauen Mitteldrittel, in welchen beide Mannschaften kaum Linie in ihr Spiel bringen konnten, steigerten die Thurgauer ihr Anstrengungen im Schlussabschnitt noch einmal. Winterthurs siebter Sieg im neunten Spiel stand so bis zuletzt auf der Kippe. Den Gästen gelang es aber einmal mehr viel zu selten, in wirklich erfolgversprechende Abschlusspositionen zu kommen. So ist gegen die guten Goalies der NLB kaum etwas auszurichten. Wie etwa gegen Winterthurs Remo Oehninger, der zu seinem zweiten Saison-Shutout kam. Der 28-Jährige weist mit 95,03 Prozent unter den Stammgoalies ligaweit die beste Abwehrquote auf.

Winterthur, das die vergangene Saison mit 28 Punkten Rückstand auf Thurgau als abgeschlagener Tabellenletzter beendet hatte, grüsst nun fast sensationell von der Tabellenspitze. Mit 16 Punkten Vorsprung auf Thurgau. Für Mairs Spieler gilt es nun, möglichst rasch Selbstvertrauen zu gewinnen. Vielleicht schon am Dienstag, wenn Langenthal in Weinfelden gastiert.

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