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Tagblatt Online
10. September 2016, 10:05 Uhr

Thurgau nimmt Kampf an

Mit seiner offensiven Spielweise bietet Hockey Thurgau zum Saisonauftakt in Winterthur beste Unterhaltung. Am Schluss resultiert ein 2:1-Sieg und eine erstaunliche Erkenntnis.

MATTHIAS HAFEN/WINTERTHUR

EISHOCKEY. Thurgau brauchte nur ein Drittel, um die letzten Zweifel auszuräumen. Nach dem gestrigen 2:1-Sieg gegen Winterthur kann man getrost sagen: Diese Mannschaft ist auch ohne ausländische Verstärkung konkurrenzfähig in der NLB – zumindest im Kampf um einen Playoff-Platz. Diesen Kampf hat die Equipe von Trainer Stephan Mair in der Zielbau-Arena zielstrebig angenommen. Die Gäste kamen hochmotiviert aus der Garderobe und dominierten ihren auf dem Papier etwa ebenbürtigen Konkurrenten zwei Drittel lang. Dass der Sieg im ersten Spiel der Saison nicht höher ausfiel, deutet zwar auf ein ernsthaftes Manko im Abschluss hin. Angesichts des positiven Resultats darf es aber – wie die zehn Zweiminutenstrafen – als Schönheitsfehler abgetan werden.

Natürlich gehört Winterthur wie auch Hockey Thurgau zu den Clubs, die in der Saison 2016/17 in der hinteren Tabellenregion zu erwarten sind. Darüber darf Platz eins der Ostschweizer nach der ersten Runde nicht hinwegtäuschen. Der Weg von Trainer Mair und seiner Mannschaft Richtung Playoff wird ein ganz langer werden. Allerdings offenbarte das Auftaktspiel in Winterthur bereits die ersten Erkenntnisse – auch ganz erstaunliche.

Engler schnell, Glauser stark

Defensiv zeigte sich Thurgau gegen Winterthur schon erstaunlich sattelfest. Der Auftritt war nicht zu vergleichen mit jenem in der Saisonvorbereitung, als eine 2:5-Niederlage resultierte. Nebst Routinier und Captain Patrick Parati, der in den hektischen Schlussminuten Ruhe und Übersicht in die Abwehr brachte, zeigten auch die Neuzuzüge Sacha Wollgast und Kyllian Guyenet, dass sie eine Verstärkung sein können. Allen voran aber überzeugten gestern Andrea Glauser in der Verteidigung und Renato Engler im Angriff. Glauser, die NLA-Leihgabe von Fribourg, steht hinten wie ein Fels in der Brandung und trägt auch offensiv viel zum Spiel der Thurgauer bei. Er erzielte in der vierten Minute den Powerplay-Treffer zum 1:0. Engler ist einer dieser schnellen und wendigen Flügelstürmer, die dem Gegner das Leben richtig schwermachen können. Der Neuzuzug aus der amerikanischen Universitätsliga gab zum 1:0 wie zum 2:0 durch Andreas Küng (29.) die Vorlage. Als Englers Center zeigte auch Küng eine starke Partie. Der Routinier, der unter Trainer Mair wieder mehr Vertrauen erhält als zuletzt unter Christian Weber und Mario Kogler, wurde am Ende mit einem Treffer und einem Assist offiziell als bester Spieler der Gäste ausgezeichnet.

Grosse Unterhaltung geboten

Zeitweise hatten die Thurgauer gegen Winterthur Torchancen im Minutentakt. Dass diese nicht mehr Treffer ergaben, ist etwas, woran Trainer Mair mit seinen Spielern noch arbeiten kann. Alles in allem zeigte Thurgau aber einen beherzten und offensiven Auftritt. Der Unterhaltungswert war für NLB-Verhältnisse überdurchschnittlich.

Angesichts dieses positiven Eindrucks ging fast unter, dass die Thurgauer erst wenige Stunden vor Spielbeginn erfuhren, dass die Davoser Ergänzungsspieler für die gestrige Partie Simon Kindschi und Jens Nater hiessen – zwei Verteidiger. Mehr Hilfe bekamen sie vom NLA-Partnerteam nicht.

Dass der Auswärtssieg bis zuletzt auf der Kippe stand, hatte jedoch mehr damit zu tun, dass Adrian Brunner vor der zweiten Drittelspause eine doppelte Unterzahl verschuldete. 54 Sekunden nach Wiederanspiel nutzte sie der letztjährige Thurgauer Fadri Lemm zum 1:2. Mehr brachten die Winterthurer nicht zustande. Auch, weil der slowakische Neuzuzug Radovan Pulis keine grosse Verstärkung war.



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