Thurgau fällt komplett aus der Rolle

EISHOCKEY ⋅ Gegen die GCK Lions verspielt der NLB-Eishockeyclub Thurgau eine 2:0-Führung und verliert 3:5. In der Tabelle enteilt die Konkurrenz langsam, aber sicher.

04. Oktober 2016, 22:40
Matthias Hafen
EISHOCKEY. Zunächst schien es, als hätten es die Thurgauer kapiert. Voller Tatendrang und mit viel Zug zum Tor kam der Gastgeber im Spiel gegen die GCK Lions aufs Eis. Der erste Treffer liess denn auch nicht lange auf sich warten. Nach 71 Sekunden traf Renato Engler zum 1:0, weil er im Slot nachsetzte – genau so wie es Trainer Stephan Mair verlangt hatte.

Zehn Minuten später verdiente sich Engler Sonderlob. Wieder setzte er bei einer zweiten Chance hartnäckig nach, wieder traf er. Das Publikum in der Weinfelder Güttingersreuti war ob der 2:0-Führung nach nur zwölf Minuten zufrieden wie lange nicht mehr. Dumm nur, dass auch die Mannschaft schon zufrieden war mit dem Resultat. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie das Spiel gegen den punktgleichen Tabellennachbarn noch aus der Hand gab.

Mit den eigenen Waffen bezwungen worden
Jari Allevis Anschlusstreffer im Startdrittel hätte schon Alarm genug sein sollen. Denn als die GCK Lions zu Beginn des Mitteldrittels im direkten Anschluss an ein Thurgauer Powerplay den 2:2-Ausgleich erzielten, war es um das Heimteam geschehen. Nun machten die Zürcher genau das, was Thurgau in Führung gebracht hatte. Sie setzten im Slot konsequent nach. Unerklärlich, dass Thurgau vor dem eigenen Gehäuse nicht umsetzen konnte, was vor dem gegnerischen zu Beginn der Partie noch so gut geklappt hatte.

Mal um Mal wurde Goalie Kevin Huber von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Fast jedes Powerplay und fast jeden Abpraller von Huber nutzte das ZSC-Farmteam in dieser Phase aus. Nach 40 Minuten und zwei weiteren Treffern der GCK Lions durch Patrick Sidler und Xeno Büsser hatte Thurgaus Goalie genug. Zu oft musste er seine Teamkollegen verbal massregeln. Fürs Schlussdrittel kam Sascha Rochow ins Tor. Bei Patrick Paratis Powerplaytreffer 27 Sekunden vor Spielende sass Rochow zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers wieder auf der Bank. Doch Thurgaus Anschlusstreffer kam einerseits zu spät, andererseits folgte sogleich das 5:3 der Gäste. Verteidiger Andrea Glauser foulte den alleine aufs leere Tor stürmenden Alexander Braun, was gemäss Reglement direkt ein Tor zur Folge hat.

In der Tabelle eine grosse Chance vertan
Weil Thurgau die guten Vorsätze nur im ersten Drittel umsetzen konnte und sich danach in zahlreichen, teils dummen Strafen verzettelte, gerät es in der Tabelle ins Hintertreffen. Anstatt die GCK Lions zu überholen, verloren die elftplazierten Ostschweizer noch mehr Boden gegenüber den direkten Konkurrenten um einen Playoff-Platz.
 

Leserkommentare

Anzeige: