Starker Auftritt ohne Lohn

NLB-PLAYOFF ⋅ Zum Auftakt der Viertelfinals verliert Hockey Thurgau beim Qualifikationssieger Langenthal 1:2. Der Siegestreffer gelingt den Bernern erst in der 53. Minute.

17. Februar 2017, 22:45
Markus Rutishauser, Langenthal
Die Thurgauer versteckten sich überhaupt nicht. Insgesamt besass der Qualifikationssieger vor heimischem Publikum aber erwartungsgemäss mehr Spielanteile. Langenthal war vor dem Tor allerdings noch nicht zwingend. Die Ostschweizer ihrerseits verteidigten diszipliniert und machten keine Fehler. So richtig Druck entwickelte der haushohe Favorit erst in der Schlussminute des Startdrittels und holte so 17 Sekunden vor der Sirene auch eine erste Strafe gegen Thurgau heraus. Das 0:0 zur ersten Pause war für die Gäste ein Etappensieg.

Die ersten 1:43 Minuten im Mitteldrittel musste Thurgau in Unterzahl dagegen halten. Auch dank Keeper Janick Schwendener überstand man diese heikle Phase schadlos. Und es kam noch besser: Als erstmals ein Langenthaler auf der Strafbank sass, traf Mike Vaskivuo zur Freude der gegen 200 mitgereisten HCT-Fans mit einem präzisen Handgelenkschuss in die lange Ecke zum 0:1. Die Reaktion folgte sofort. Doch Schwendener stellte bei mehreren guten Chancen seine gute Form unter Beweis. Ganz heiss wurde es, als Eric Himelfarb in der offensiven Zone ein Foul unterlief. Dieses Mal liessen sich die Langenthaler nicht zweimal bitten und glichen durch einen von Topscorer Jeff Campbell im Slot unhaltbar abgelenkten Schuss von Claudio Cadonau zum verdienten 1:1 aus.

Damit war vor dem dritten Drittel noch alles möglich – auch ein Überraschungscoup der Thurgauer. Diese mussten sich allerdings primär mit allen Mitteln gegen den zweiten Gegentreffer wehren, denn der Favorit drückte mächtig auf das Gaspedal. SCL-Headcoach Jason O’leary forcierte die beste Offensivformation der Liga mit Campbell, Kelly und Tschannen vehement. Vor Schwendener brannte es immer öfter lichterloh. So traf Stefan Tschannen in der 49. Minute aus bester Position nur die Latte, und keine Minute später hielt der HCT-Keeper mit seiner Fanghand gegen Campbell bravourös das Unentschieden.

Es rollte eine Langenthaler Angriffswelle nach der anderen. Aber auch Vicenzo Küng scheiterte in der 52. Minute völlig freistehend an Schwendener. Wenig später war aber auch der tapfere HCT-Keeper gegen den Nachschuss von Pierrick Pivron chancenlos. Das Langenthaler 2:1 war natürlich hochverdient, aber aus Thurgauer Sicht im Ursprung sehr unglücklich, weil es einem unnötigen Scheibenverlust in der offensiven Zone entsprang. Immerhin hielt sich Thurgau danach während der dritten Unterzahl weiter im Spiel. Abgesehen von einem harmlosen Schuss von Vaskivuo brachte man aber nichts zustande. Weil auch Himelfarb in der zweitletzten Sekunde mit seinem Ablenker das Ziel um Zentimeter verpasste, blieb es beim knappen Starterfolg des SCL.

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