Noch fehlt der letzte Schritt

HOCKEY THURGAU ⋅ Ohne den Amerikaner Mike Vaskivuo und Trainer Stephan Mair verliert Hockey Thurgau das Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds 1:4. Der Kampf um den letzten Playoff-Platz ist damit noch nicht entschieden.
07. Februar 2017, 22:39
Matthias Hafen
Wer keinen Facebook-Zugang hat, der fand gestern nicht heraus, weshalb Thurgaus Trainer Stephan Mair im Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds fehlte. Der Südtiroler steht bis und mit Samstag in seiner zweiten Funktion als italienischer Nationalcoach im Einsatz. Doch blieb diese Information dem Publikum im Stadion vorenthalten, sie wurde vom NLB-Eishockeyclub lediglich in den sozialen Medien kommuniziert. In der Güttingersreuti hiess es nur, dass Benjamin Winkler an diesem Abend der Chef an der Bande sei. Kein Wunder, kamen gleich wilde Spekulationen auf. Mair hätte ja ob des sensationellen 2:0-Siegs gegen Langenthal am Sonntag einen Herzinfarkt erlitten haben oder aus irgendeinem Grund auch entlassen sein können. Viel mehr als die fehlende Information zu seiner Absenz dürfte Mair aber der Auftritt seiner NLB-Mannschaft geärgert haben – selbst aus der Ferne. Beim 1:4 gegen La Chaux-de-Fonds fehlte den Thurgauern im Vergleich zu den vorangegangenen Partien jegliches Feuer. Selbst
als sie im letzten Drittel eine 5-gegen-3-Überzahl hatten, blieben sie enttäuschend harmlos.

Nur die Ruhe vor dem Playoff-Sturm?
Allerdings musste Hockey Thurgau gestern auch auf den amerikanischen Stürmer Mike Vaskivuo verzichten. Er wurde aufgrund eines Checks gegen den Kopf im Spiel vom vergangenen Sonntag gegen Langenthal für eine Partie gesperrt. Die ungewöhnlichen Absenzen lassen zumindest die Hoffnung am Leben, dass der Fehltritt gestern nur die Ruhe vor dem Playoff-Sturm war.

Noch hat Thurgau Platz acht und damit das Ticket für die Viertelfinals aber nicht auf sicher. Vor den letzten zwei Runden der Qualifikation beträgt der Vorsprung auf Verfolger Winterthur weiterhin fünf Punkte. Immerhin leistete Rapperswil-Jona gestern Abend Schützenhilfe und verhinderte, dass Winterthur auf zwei Zähler an Thurgau heranrückte. Winterthur ging im ersten Drittel überraschend gar 2:0 in Führung, verlor am Ende sein Heimspiel gegen die St. Galler jedoch deutlich mit 2:6.

Schläfriger Start der Thurgauer Abwehr
Winterthurs Niederlage tröstet ein wenig darüber hinweg, dass Thurgau gegen La Chaux-de-Fonds eine schwache Partie zeigte. Torchancen blieben über die ganze Zeit Mangelware. Und als Andri Spiller in der 59. Minute doch noch zum 1:3 traf, war die Partie längst entschieden. La Chaux-de-Fonds stellte die Weichen schon im Startdrittel auf Sieg. Die Gäste profitierten von einer schläfrigen Thurgauer Abwehr, die sowohl Daniel Carbis’ 1:0 in der elften Minute und Robin Leblancs 2:0 in der 14. Minute mitverschuldete. Als dann Kevin Hecquefeuille kurz vor Ende des dritten Drittels auf 3:0 erhöhte, kamen ob des Ausgangs der Partie keine Zweifel mehr auf.

Thurgau – La Chaux-de-Fonds 1:4 (0:2, 0:1, 1:1)
Güttingersreuti, Weinfelden – 869 Zuschauer – Sr. Erard/Müller, Ambrosetti/Duarte.
Tore: 11. Carbis (Hecquefeuille, Hasani) 0:1. 14. Leblanc (Erb, Ganz) 0:2. 38. Hecquefeuille (Haas, Meunier) 0:3. 59. Spiller (Wieser, Wyss) 1:3. 60. (59:54) Ganz (Wolf/ins leere Tor) 1:4.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Thurgau, 6mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds.
Thurgau: Schwendener; Wollgast, Gossweiler; Forrer, Parati; Rampazzo, Nater; Bucher, Seiler; Arnold, Himelfarb, Brunner; Wyss, Wieser, Spiller; Engler, Küng, Schläpfer; Portmann, Bahar, Rohner.
La Chaux-de-Fonds: Wolf; Erb, Zubler; Hecquefeuille, Hostettler; Ganz, Jaquet; Dubois, Forget, Sterchi; Haas, Meunier, Leblanc; Carbis, Hasani, Muller; Willemin, Jérôme Bonnet, Thomas Hofmann.
Bemerkungen: Thurgau ohne Trainer Mair (mit Italiens Nationalmannschaft im Einsatz), Vaskivuo (gesperrt), Rochow (überzählig), Andersons und Glauser (beide verletzt). La Chaux-de-Fonds ohne Burkhalter, Hobi, Grezet, Eriksson, Eigenmann (alle verletzt), DeSimone (überzählig) und Stämpfli (nicht im Aufgebot). – 58:30 Timeout Thurgau, danach bis 59:54 ohne Goalie.

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