Mit Anlauf von ganz unten

EISHOCKEY ⋅ Thurgau gewinnt auch den zweiten Saisonvergleich mit dem Tabellenletzten. Die Mannschaft von Trainer Stephan Mair bezwingt die Ticino Rockets mit 5:2

13. November 2016, 22:19
Thomas Werner/Weinfelden
Zwei Treffer innerhalb von lediglich sieben Sekunden brachten die Thurgauer zu Spielmitte auf den richtigen Weg. Zuerst traf Andrea Glauser im Powerplay, unmittelbar nach dem folgenden Puckeinwurf schloss Tim Wieser einen Konter mit dem 2:0 ab. Als weitere 147 Sekunden später Tom Andersons gar in Unterzahl den dritten Treffer für das Team von Stephan Mair erzielen konnte, war die Partie entschieden.

In der halben Spielstunde zuvor sprach allerdings nichts für einen am Ende ungefährdeten Sieg der Thurgauer. Sie mussten ganz unten Anlauf für ihren zweiten Heimsieg nehmen. Ihr Auftritt im Startdrittel konnte NLB-Ansprüchen nicht genügen. Stockfehler, Stolperer und Fehlzuspiele unterstrichen zu Spielbeginn Verunsicherung und Nervosität in der Mannschaft der Ostschweizer.

Fast jedes andere Team der Liga hätte dies wohl zu einer vorentscheidenden Führung nach 20 Minuten genutzt. Nicht so der Tessiner Nachwuchs. Aus den ihnen von den Thurgauern grosszügig offerierten Abschlussgelegenheiten resultierten lediglich zwei Pfostentreffer. Die Rockets geben in dieser Saison zwar im Durchschnitt pro Spiel sieben Versuche mehr als die Thurgauer aufs gegnerische Tor ab, ihre Abschlusseffizienz liegt allerdings bei nur gut sechs Prozent und damit noch zwei Prozent unter derjenigen der Thurgauer.

Rochow hält seine Mannschaft im Spiel
Dazu kam, dass Goalie Sascha Rochow als einziger Thurgauer von Beginn an auf der Höhe seiner Aufgabe war. Der 22jährige Berner behielt auch im zeitweisen Chaos vor seinem Gehäuse stets Übersicht und Ruhe. Weil seine Vorderleute im Schlussdrittel wieder etwas weniger konzentriert und diszipliniert agierten, blieb ihm der Shutout schliesslich doch verwehrt.

Weiter kaum vom Fleck kommt dagegen das erst im Laufe der Saison verpflichtete Thurgauer Ausländerduo Eric Himelfarb und Mike Vaskivuo. Selbst gegen den Tabellenletzten konnten sie keine Führungsrolle übernehmen. Im peniblen Startdrittel wurde ihre Formation bei Spieler-Gleichstand von den Tessinern gar einmal fast eine Minute lang im eigenen Verteidigungsdrittel eingeschnürt. Auch im Powerplay war keine Besserung festzustellen. So musste die Formation um Adrian Bunner einspringen. Diese tat es sehr gut und zeichnete für die Entscheidung und den zweiten Vollerfolg in dieser Saison verantwortlich.
 

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