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Tagblatt Online
20. September 2016, 22:57 Uhr

Im Frust fliegen die Fäuste

Thurgaus 1:5-Niederlage in Rapperswil-Jona endet als Boxkampf. Goalie Kevin Huber spielt nicht nur in diesem Moment eine entscheidende Rolle.

Matthias Hafen

Als die Partie in der 52. Minute in einen Boxkampf ausartete, war klar, dass Rapperswil-Jona gegen Thurgau nicht wie irgendein NLB-Spiel verlief. Auf Seiten der Thurgauer entlud sich der Frust vor allem bei Goalie Kevin Huber, der in diesem Moment genug hatte von den ungeahndeten Stockschlägen gegen seine Fanghand. Er nahm sich den angreifenden Rajan Sataric vor und verprügelte ihn aufs Gröbste. Dabei ging fast unter, dass sich gleichzeitig auch der Thurgauer Renato Engler und der Rapperswiler Cédric Hüsler an den Haaren nahmen.

Natürlich prügelten die Thurgauer acht Minuten vor Spielende beim Spielstand von 1:4 auch auf ihre Gegenspieler ein, weil ihnen die Partie zu jenem Zeitpunkt längst aus den Händen geglitten war. Die Schiedsrichter Adrian Oggier und Marco Prugger trugen jedoch ihres zu den unschönen Aktionen bei, sprachen bis zur Schlusssirene 124 Strafminuten aus. Ab dem zweiten Drittel verteilten sie sie zuhauf und das sehr einseitig. Von der 21. bis zur 40. Minute sassen in regelmässigem Abstand die Thurgauer Killian Guyenet, Adrian Brunner, Andrea Glauser, nochmals Brunner, Andri Spiller sowie Eric Arnold in der Kühlbox. Und nicht in jedem Fall war die Strafe auch angemessen. Brunner etwa stand bei einer Aktion gar nicht auf dem Eis, als er eine Strafe kassierte.

Rizzellos Traumtor bringt die Wende
Vier dieser Überzahlsituationen überstanden die Thurgauer dank viel Einsatz unbeschadet. Die fünfte, als Topskorer Arnold am Ende des Mitteldrittels wegen eines angeblich hohen Stocks auf der Strafbank sass, war die eine zu viel. Rapperswil-Jonas Captain Antonio Rizzello erzielte sieben Sekunden vor der Sirene mit einer herrlichen Direktabnahme das 2:1. Ein Treffer, der zweifelsohne für das Tor des Monats in Frage käme, würde es in der NLB eine derartige Auszeichnung geben.

Und selbst wenn Rizzello im Schlussdrittel nochmals genauso schön zum 4:1 traf und auch der Kanadier Dion Knelsen mit zwei Toren zum 5:1-Schlussresultat beitrug, so war der Treffer kurz vor der zweiten Sirene der entscheidende. Er brach den Widerstand der Thurgauer, die sich zuvor wie Löwen gegen die drohende Niederlage beim haushohen Favoriten gewehrt hatten.

Thurgau geht durch Küng 1:0 in Führung
Im ersten Drittel zeigte Hockey Thurgau gar die beste Leistung dieser Saison. Die Gäste hielten den selbsternannten Aufstiegskandidaten vom Zürichsee mit viel defensiver Kleinstarbeit auf Distanz. In der achten Minute kamen sie zu einem Konter, den Andreas Küng im Doppelpass mit Sin Schläpfer zur 1:0-Führung verwertete. Jens Nater, die einzige Davoser Leihgabe an diesem Abend, Topskorer Arnold und Michael Loosli vom 1.-Liga-Partnerteam Pikes Oberthurgau hätten das Skore in den ersten 20 Minuten noch erhöhen können.

Am Ende ging Thurgau aber nicht einmal mit einer Führung in die erste Pause. Dies, weil sich Goalie Huber schon früh im Spiel in Szene setzte: Mit einem unmotivierten Ausflug weit vors Tor ermöglichte er Rapperswil-Jona in der 19. Minute den Ausgleich zum 1:1 durch Michael Hügli. Und obwohl Huber sonst sehr stark spielte, war dies der Ursprung von Thurgaus Niederlage. Passend also, dass er mit seiner Boxeinlage auch den letzten Eindruck hinterliess.


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Cervelat (23. September 2016, 13:06)
Nicht nur Sataric

Auch Hüsler reiht soch natlos in die Rangliste der dreckigen Spieler ein
Irgendwann mal wird auch er die Zeche dafür bezahlen.
Zu Huber:
Noch etwas unerfahren aber bereit alles zu geben und aus Fehlern zu lernen. Dass er frustriert war liegt aber auch am Unvermögen und der Überforderung seiner Vorderleute - konsequent vor dem eigenen Tor aufzuräumen. Gilt auch für Abpraller etc.
Hopp HCT

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