Hohe Fehlerquote, wenig Chancen: Zweite Niederlage für Hockey Thurgau

PLAYOFF-VIERTELFINAL ⋅ Hockey Thurgau rennt im ersten Heimspiel gegen Langenthal unermüdlich an, kommt aber kaum zu Chancen. Nach dem 1:4 heisst es in der Best-of-7-Serie 0:2.

19. Februar 2017, 21:49
Matthias Hafen
Für Thurgaus NLB-Eishockeyaner hat die Niederlage vom Sonntag auch etwas Befreiendes. Sie können nun in den «Desperado-Modus» wechseln. Mit dem Mut der Verzweiflung ist in der Viertelfinalserie gegen den Qualifikationssieger Langenthal wohl noch am ehesten etwas zu holen. Immer realistischer wird nach dem 1:4 daheim aber das vierte Erstrunden-Aus in Folge.

0:2 liegt die Mannschaft von Trainer Stephan Mair nach zwei Playoff-Partien im Hintertreffen. Damit ist für den Tabellenachten gegen den Aufstiegsanwärter aus dem Oberaargau zwar noch nichts verloren, doch müssen die Thurgauer im dritten Aufeinandertreffen am Dienstag um 20 Uhr in Langenthal schleunigst wieder einen anderen Takt anschlagen, wollen sie die Serie über den kommenden Freitag hinaus verlängern.

Am Sonntag, vor 1528 Zuschauern in Weinfelden, waren die Thurgauer alles andere als befreit. Wohl noch mit der knappen 1:2-Auftaktniederlage im Kopf wollte das Heimteam vor seinem Publikum zu viel. Anders ist es kaum zu erklären, dass die Fehlerquote so hoch war wie seit anfangs Saison nicht mehr, als sich die Mannschaft noch gar nicht gefunden hatte.

Schlechte Pässe und keine Puck-Kontrolle
Spielte Thurgau zum Playoff-Auftakt am Freitag noch auf Augenhöhe mit dem Favoriten, so klappte gestern in der Angriffsauslösung fast gar nichts mehr. Die Pässe der Thurgauer Spieler landeten Mal für Mal an den Schlittschuhen ihrer Teamkollegen – oder gar beim Gegner. Und wenn einmal ein Puck genau auf die Schaufel eines Thurgauers kam, dann hatte der Spieler grösste Mühe damit, die Scheibe unter Kontrolle zu bringen.

Das führte zum bleibenden Bild der gestrigen Begegnung: Thurgau rannte unermüdlich gegen das Langenthaler Tor an, kam aber kaum zu nennenswerten Chancen, geschweige denn zu Toren. Das Bild erinnerte an den Hamster, der in seinem Rad rennt, aber keinen Zentimeter weit kommt.

Wäre nicht ein abermals grandioser Janick Schwendener zwischen den Pfosten gestanden, dann hätte Thurgau deutlich höher verloren. Denn der Qualifikationssieger trat auch im zweiten Spiel wie ein solcher auf. Gleich die erste Thurgauer Strafe nutzte Langenthal  in der neunten Minute zur 1:0-Führung. Brent Kelly traf auf Zuspiel von Jeff Campbell und Stefan Tschannen. In die Höhe schraubten das Skore aber andere als das geniale Sturmtrio. Arnaud Montandon erzielte noch vor Spielhälfte das 2:0. Und der frühere Thurgauer Claudio Cadonau markierte zu Beginn des Schlussdrittels das 3:0 mit einem Schuss von der blauen Linie. Damit war der Widerstand des Aussenseiters gebrochen.

Spiller trifft als einziger für Thurgau
Immerhin: Der Goalie bleibt einer von Thurgaus Trümpfen. Schwendener machte auch gestern den Eindruck, als könne er in dieser Playoff-Serie Entscheidendes bewirken. Doch sind auch die Stürmer gefragt. Dass eine Minute nach Langenthals 4:0 Andri Spiller den Shut-out des Gegners mit dem 1:4 im Powerplay vermieste, war kein Zufall Er gehörte gestern zu den wenigen Lichtblicken im Thurgauer Angriff.

Thurgau – Langenthal 1:4 (0:1, 0:1, 1:2)
Güttingersreuti, Weinfelden – 1528 Zuschauer – Sr. Oggier/Tscherrig, Fuchs/Stuber.
Tore: 9. Kelly (Campbell, Tschannen/Ausschluss Parati) 0:1. 27. Montandon (Völlmin) 0:2. 44. Cadonau (Tschannen, Kelly) 0:3. 57. (56:27) Füglister (Dünner, Völlmin/Ausschluss Vincenzo Küng!) 0:4 (ins leere Tor). 58. (57:29) Spiller (Parati/Ausschluss Vincenzo Küng) 1:4.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Thurgau, 5mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Thurgau: Schwendener; Gossweiler, Wollgast; Parati, Forrer; Rampazzo, Nater; Xeno Büsser; Arnold, Himelfarb, Brunner; Vaskivuo, Aeschlimann, Spiller; Engler, Wieser, Wyss; Schläpfer, Andreas Küng, Andersons; Bahar.

Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Marti, Völlmin, Mike Küng, Pienitz; Wolf; Tschannen, Campbell, Kelly; Füglister, Dünner, Primeau; Vincenzo Küng, Montandon, Gerber; Kämpf, Kummer, Pivron; Fabio Kläy.
Bemerkungen: Thurgau ohne Glauser (verletzt), Rohner, Seiler und Bucher (alle überzählig). Langenthal ohne Schüpbach, Duarte, Trüssel, Ahlström, Hess und Christen (alle verletzt). – 26. Pfostenschuss Füglister. – 55:48 Timeout Thurgau, danach bis 56:27 ohne Goalie.

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