Ein Shorthander zur richtigen Zeit

HOCKEY THURGAU ⋅ Mit einer kämpferischen Leistung, wie man sie gerne auch in der heimischen Güttingersreuti sähe, holt Thurgau auswärts gegen Ajoie einen 1:3-Rückstand auf – und gewinnt 4:3 nach Penaltyschiessen.

18. Oktober 2016, 22:37
MATTHIAS HAFEN/PRUNTRUT
EISHOCKEY. Als Jordane Hauert bei Spielmitte das 3:1 für Ajoie erzielte und Adrian Brunner nicht einmal zwei Minuten später auf die Strafbank geschickt wurde, musste man für Hockey Thurgau das Schlimmste befürchten. Dabei war es im Nachhinein das Beste, was den Ostschweizern an diesem Abend passieren konnte. Anstatt sich der neunten Niederlage im elften Spiel hinzugeben, gaben sich die Gäste in der Patinoire de Voyeboeuf einen Ruck. Mike Vaskivuo nutzte eine Unachtsamkeit in der Powerplay-Formation der Jurassier, schnappte sich den Puck, lief auf Goalie Ludovic Waeber zu und bezwang diesen souverän mit einem Schuss in die tiefe Ecke. Anstatt 4:1 für Ajoie stand es nur noch 2:3 aus Sicht der Thurgauer. Es war ein Shorthander zur richtigen Zeit. Und einer, den die gesamte Mannschaft von Trainer Stephan Mair beflügelte. Die zweite Hälfte des Mitteldrittels war etwas vom Besten, was die NLB-Eishockeyaner aus Weinfelden in dieser Saison von sich gaben. Alle kämpften sie wie die Löwen, schnitten den zuvor überlegenen Ajoulots mehr und mehr den Schnauf ab und wurden dafür endlich auch einmal belohnt. Adrian Brunner gelang 20 Sekunden vor der zweiten Drittelspause der 3:3-Ausgleich.

Goalie Huber in grossartiger Form
Und auf die gleiche Weise, wie Thurgau bis auf 3:3 aufholte, verteidigte es das Unentschieden auch im Schlussdrittel. Doch nicht nur das: Ajoie schien mittlerweile eingeschüchtert zu sein von der forschen Thurgauer Art. Der NLB-Meister kam kaum mehr zu Chancen. Dafür die Gäste umso mehr. Der omnipräsente Michael Loosli, auch an diesem Abend einer der besten Thurgauer, sowie Vaskivuo oder Glauser kamen zu besten Chancen auf die erstmalige Führung in diesem Spiel.

In der Defensive sorgte Goalie Kevin Huber dafür, dass der Mannschaft von Trainer Mair nichts mehr passierte bis zum Ende des dritten Drittels. Der Neuzuzug, der sich intern immer mehr gegen Sascha Rochow durchzusetzen scheint, hexte gestern, was das Zeug hielt. In der 56. Minute gelang ihm ein sogenannter «Big Save», als er ein Geschoss des Ajoie-Kanadiers Jonathan Hazen entschärfte.

Küng trifft gleich zweimal
So erspielten sich die Ostschweizer in der bitterkalten Ajoie einen verdienten Auswärtspunkt, den sie in der Verlängerung noch mit einem Zusatzpunkt hätten aufwerten können. Das fünfminütige Drei-gegen-Drei brachte jedoch hüben wie drüben keine Torchancen. Und so standen sich die beiden schlecht in die Saison gestarteten Mannschaften schliesslich im Penaltyschiessen gegenüber. Dieses entschied Andreas Küng mit seinem zweiten verwerteten Penalty des Abends  zugunsten der Thurgauer. Ein verdienter Sieg.
 

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