Chance vertan

EISHOCKEY ⋅ Hockey Thurgau muss sich zuhause Ajoie mit 2:3 nach Verlängerung beugen, gewinnt dank einer klaren Leistungssteigerung nach dem ersten Drittel aber einen Punkt. Die Ostschweizer vergeben damit eine grosse Gelegenheit, den Anschluss an die Playoffränge zu schaffen.

27. November 2016, 21:37
Thomas Ammann, Weinfelden
Das Beste nach dem ersten Drittel aus Thurgauer Sicht war zweifellos das Resultat. Das 1:1 schmeichelte dem Heimteam. Es hätte nach 20 Minuten gut und gerne 0:5 heissen können. Die Gäste aus Ajoie waren das deutlich bessere Team. Von der ersten Sekunde an setzten sie den Gegner mit aggressivem Forechecking unter Druck. Im Minutentakt kreierten sie hochkarätige Tormöglichkeiten. Vor allem die Paradelinie mit den beiden Ausländern Jonathan Hazen und Philip-Michael Devos war kaum zu bremsen. Bereits in der vierten Minute traf Hazen den Pfosten. Und ebendieser war in der 12. Minute auch für den Führungstreffer verantwortlich, als er ein magistrales Zuspiel durch den Slot von Devos verwertete.

Führung hält nur acht Sekunden
Doch die Führung hielt genau acht Sekunden. Sin Schläpfer schnappte sich beim folgenden Bully die Scheibe, dribbelte sich durch die gesamte jurassische Mannschaft und bezwang Ajoie-Torhüter Ludovic Waeber mit einem Hockeckschuss. Es war die einzige nennenswerte Chance der Thurgauer in Abschnitt eins. Was folgte waren weitere bange Momente, in denen nur einer brillierte: Sascha Rochow im Tor des Heimteams. Er hielt das Heimteam mit zahlreichen Paraden im Spiel.

Eigentlich ist Hockey Thurgau derzeit gut in Form. Aus den letzten fünf Partien resultierten elf Punkte und man kam wieder in Tuchfühlung mit den Playoff-Rängen. Das Spiel gegen Ajoie bot die Gelegenheit, den Rückstand auf vier Punkte zu reduzieren. Dies muss Trainer Stephan Mair wohl auch seinen Schützlingen in der Kabine verdeutlicht haben. Denn ab dem zweiten Drittel spielten auch die Hausherren mit, hatten mehr Puckkontrolle und erspielten sich auch die eine oder andere Torgelegenheit. Die deutliche Leistungssteigerung zahlte sich in der 34. Minute aus. In Überzahl schloss Renato Engler eine sehenswerte Passkombination erfolgreich ab. Doch nur vier Minuten später brachten sie sich selber um die Pausenführung. In mehreren Versuchen schafften sie es nicht, die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu spielen und servierten Ajoie damit den Ausgleich auf dem Silbertablett.

Verdienter Sieg für Ajoie
Das Spiel hätte in der Folge sowohl im dritten Drittel wie auch in der Verlängerung auf beide Seiten kippen können, wobei Ajoie insgesamt die etwas zwingenderen Torchancen besass. Und mit Hazen/Devos wussten die Jurassier ein überragendes Ausländerduo in den eigenen Reihen. Devos war es auch, der die Partie nach 85 Sekunden in der Verlängerung entschied. Die Thurgauer verdienten sich den Punkt mit einer klaren Leistungssteigerung nach desolatem Startdrittel. Ajoie war über die gesamte Partie gesehen jedoch der verdiente Sieger. Damit ist der Rückstand auf den letzten Playoffplatz, den Ajoie nun belegt, um einen auf acht Punkte angewachsen. Immerhin hat Thurgau in fünf der letzten sechs Partien gepunktet und vier Siege eingefahren, gleich viele wie in den 16 Spielen davor.

Telegramm Hockey Thurgau – HC Ajoie
 
Thurgau – Ajoie 2:3 n.V. (1:1, 1:1, 0:0)
Güttingersreuti – 1065 Zuschauer – Sr. Mandioni/Oggier, Duarte/Ströbel.

Tore: 12. (11:28) Hazen (Devos, Hauert) 0.1. 12. (11:36) Schläpfer 1:1. 34. Engler (Arnold, Brunner/Ausschluss Orlando) 2:1. 39. Joggi (Privet, Suleski) 2:2. 62. Devos (Barbero, Joggi) 2:3.

Strafen: 4mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Glauser) gegen Thurgau, 5mal 2 Minuten gegen Ajoie.

Thurgau: Rochow; Gossweiler, Glauser; Parati, Bucher; Wollgast, Nater; Rampazzo, Forrer; Arnold, Himelfarb, Brunner; Engler, Küng, Andersons; Spiller, Schläpfer, Rohner; Wieser, Bahar, Loosli.

Ajoie: Waeber; Casserini, Suleski; Hauert, Barbero; Pouilly, Ryser; Orlando, Devesvre; Verret, Devos, Hazen; Bozon, Fuhrer, Ranov; Joggi, Marchon, Mosimann; Barbero, Privet, Macquat.

Bemerkungen: 4. Pfostenschuss Hazen (A). Thurgau ohne Vaskivuo (verletzt), Ajoie ohne Frossard, Schmidt, Blanchard (verletzt).

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