Wieder in bester Spiellaune

HC THURGAU ⋅ Der HC Thurgau zeigt eine Reaktion auf die 2:3-Niederlage gegen die EVZ Academy. Daheim gegen Winterthur gewinnt der NLB-Sechste 4:0. Die Woche schliesst der HCT mit dem morgigen Gastspiel in Biasca ab.
18. November 2017, 07:41
Matthias Hafen
Als der HC Thurgau in der 30. Minute das 3:0 erzielte, musste man sich ernsthaft Sorgen machen um die Mannschaft. Zweimal war es in dieser Saison schon zum Duell mit dem EHC Winterthur gekommen, zweimal vergab der HCT eine deutliche Führung. Im September reichte ein 5:0 nicht aus, um als Sieger vom Eis zu gehen. Und im Oktober mussten die Thurgauer trotz 3:0-Führung noch ins Penaltyschiessen. Die Sorgen waren nach Patrick Brändlis 3:0 an diesem Abend also durchaus berechtigt.

Doch diesmal verlief das Duell der beiden Rivalen ganz anders. Der HC Thurgau hatte von Anfang bis zum Schluss alles im Griff. Dies vor allem, weil er die Gegner am richtigen Ort packte – dort, wo es weh tut. Winterthurs Paradelinie um den Slowaken Marek Zagrapan, den früheren HCT-Stürmer Adrian Wichser und Marco Lehmann musste drei Gegentreffer auf ihre Kappe nehmen, das 2:0 durch Andri Spiller gar im Powerplay. Autsch!

Trainer Mair beweist ein gutes Händchen

Erstaunlicherweise zeigten sich die Thurgauer im ersten Spiel nach Adrian Brunners schwerer Verletzung äusserst spielfreudig. Als wollten sie ihrem Assistenzcaptain, der das Spiel im Stadion mitverfolgte, die achtwöchige Pause etwas versüssen. Headcoach Stephan Mair hatte zudem ein gutes Händchen in der Zusammenstellung der Linien. An Brunners Stelle  liess er Toms Andersons mit Lars Neher und Eric Arnold auflaufen. Ansonsten gab es nur Feinjustierungen. Es zeigt sich immer mehr, dass der Südtiroler seine Spieler in- und auswendig kennt.

Nach der unnötigen 2:3-Niederlage gegen die EVZ Academy kamen gestern viele Besucher mit einem mulmigen Gefühl in die Güttingersreuti. Völlig unbegründet, wie sich herausstellte. Spieler wie Spiller (er traf nebst dem Shorthander schon zum 1:0), Brändli (ein Tor, ein Assists) oder der nimmermüde Daniel Steiner trumpften gross auf.

Descheneau verleiht der Mannschaft Flügel

Mit der Rückkehr des zuvor verletzten Jaedon Descheneau zeigte sich auch, wie wichtig der wirblige Kanadier für die Mannschaft ist. Besonders seinem Landsmann Cam Braes scheint Descheneau Flügel zu verleihen. Braes, am Dienstag gegen die EVZ Academy noch ein Schatten seiner selbst,  gehörte gestern zu den Aktivposten im Kader des HCT. In erster Linie war der 4:0-Heimsieg aber das Produkt einer herausragenden Mannschaftsleistung. Wenn es die Thurgauer jetzt noch schaffen, ihrem Powerplay ein bisschen Gefahr zu verleihen, dann stehen alle Weichen auf Playoff.

Die «Neun-Punkte-Woche» schliesst der HCT morgen um 17Uhr mit dem Auswärtsspiel gegen die Ticino Rockets ab. Das Maximum können Braes und Co. nicht mehr holen. Mit einem weiteren Sieg würden sie die Lücke zu den hinteren Teams der NLB wohl aber weiter vergrössern.

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