Thurgauer Feuerwerk

EISHOCKEY ⋅ Im fünften Saisonduell mit dem souveränen NLB-Leader Rapperswil-Jona setzt sich der HC Thurgau zum Auftakt des Jahres 2018 erstmals durch. In einem spektakulären Spiel gewinnt er auswärts mit 6:5.
03. Januar 2018, 05:20
Markus Rutishauser, Rapperswil-Jona

Markus Rutishauser, Rapperswil-Jona

sport@thurgauerzeitung.ch

So oft wie gestern hatte der HC Thurgau in allen vier bisherigen Saisonduellen zusammen nicht getroffen. Vor dem 6:5-Auswärtssieg am oberen Zürichsee standen die Ostschweizer im Vergleich mit Rapperswil-Jona bei fünf Treffern und vier Niederlagen. Nach der bitteren Heimpleite zum Jahresabschluss gegen Winterthur war der Erfolg zum Auftakt ins 2018 eine erfreuliche Reaktion. Dass Rapperswil-Jona mit den Gedanken vielleicht schon beim Cup-Halbfinal vom Donnerstag gegen den HC Ajoie war, vermag den starken Auftritt der Thurgauer nicht zu schmälern.

Thurgaus Nadelstiche sitzen immer wieder

Die Mannen von Trainer Stephan Mair suchten von Beginn weg das Tor von Rapperswils Goalie Melvin Nyffeler. Spielerisch führte der Leader zwar die feinere Klinge, doch so richtig gefährlich wurde es vor dem Thurgauer Gehäuse länger nicht – bis ausgerechnet Routinier Sami El Assaoui ohne Not ein kapitaler Scheibenverlust unterlief und Antonio Rizzello zum 1:0 fürs Heimteam traf.

Die Reaktion der Gäste folgte aber postwendend. Scheiterten sie zuvor noch zweimal am starken Nyffeler, so war es schliesslich Michael Loosli, der nach einem Steilpass von Patrick Brändli zum Ausgleich einschob. Bis auf wenige Szenen, in denen es den Reflex von Keeper Schwendener brauchte, hatte der HCT die St.Galler im Griff. In der Schlussphase des Startdrittels setzte er weitere Nadelstiche. Innerhalb von nur 54 Sekunden bezwangen Andri Spiller (nach feiner Vorarbeit von Pascal Blaser) und Cam Braes den statistisch besten NLB-Schlussmann mit zwei Schlenzern in die entfernte Torecke zum 3:1.

Rapperswil-Jona verpasste es im zweiten Drittel, den Anschluss herzustellen. Stattdessen kassierte die Equipe von Trainer Jeff Tomlinson nach einem Wechsel zur Unzeit noch einen Shorthander zum 1:4. Toms Andersons hatte den Puck uneigennützig für Doppeltorschütze Spiller aufgelegt. Dieses Gegentor rüttelte den Leader allerdings wach. Die Rapperswiler machten nun Druck, rannten minutenlang an. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auf die HCT-Abwehr zu, aber am Dreitore-Rückstand änderte sich vorerst nichts.

Strafenflut und viele Tore

Um das zu ändern, brauchte es einen zweiten Aussetzer der Thurgauer. Mike Küng misslang zwölf Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels ein Querpass vor dem eigenen Tor, was Michael Hügli zum 2:4 ausnützte. Dieser Treffer läutete eine packende Schlussphase mit zahlreichen Prügeleien ein. Gleich dreimal kamen die Rapperswiler wieder bis auf einen Treffer heran. Aber der HCT hielt mit viel Kampfgeist dem wilden Ansturm des Leaders stand und brachte so die drei wichtigen Punkte ins Trockene. Brändli und Braes (ins leere Tor) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Partie nicht noch kippte.


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