Fatale 82 Sekunden

EISHOCKEY ⋅ Eine Woche nach dem 1:5 auf eigenem Eis bleibt der HC Thurgau gegen den NLB-Leader Rapperswil erneut chancenlos. Drei Gegentreffer innert 82 Sekunden im Mitteldrittel besiegeln das erneute 1:5.
02. Dezember 2017, 07:10
Markus Rutishauser, Rapperswil-Jona

Markus Rutishauser, Rapperswil-Jona

sport@thurgauerzeitung.ch

Viel Zeit, diese Niederlage zu ­verdauen, bleibt dem Team von Headcoach Stephan Mair nicht. Bereits am Sonntag steht das Heimspiel gegen den EHC Winterthur auf dem Plan. Gegen die neuntplatzierten Zürcher muss der HC Thurgau zurück auf die Erfolgsspur finden. Die Partie wird um 17 Uhr angepfiffen.

Die Thurgauer starteten gegen Rapperswil-Jona furios und besassen nach nur 14 Sekunden durch Michael Loosli eine erste Topchance. Gegen den Ligakrösus, bei dem der kanadische Headcoach Jeff Tomlinson seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängerte, zeigte der HCT eine positive Startphase. Dass man sich gegen den NLB-Leader aber besser keine Strafen einhandelt, wurde den Zuschauern ab der sechsten Minute vor Augen geführt. Während David Rattaggi auf der Strafbank sass, kamen die Gastgeber zu mehreren hochkarätigen Möglichkeiten. Aber HCT-Goalie Janick Schwendener hielt seinen Kasten sauber. Natürlich waren die aufstiegswilligen St. Galler spielerisch das bessere Team. Allzu viele Chancen gestand ihnen die Thurgauer Defensive aber nicht zu.
 

Defensive Auszeit besiegelt die Niederlage

Viel Glück in Anspruch nehmen musste Thurgau gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts. Weil man die Scheibe nicht aus der Ge­fahrenzone brachte, kam Corsin Casutt zu einem Pfostenschuss. Rapperswil-Jona drückte nun aufs Tempo, und die Thurgauer bekundeten Mühe, die Scheibe zu kontrollieren. Als dann Cam Braes auch noch eine Strafe kassierte, zog sich die Schlinge weiter zu. Aber die Thurgauer zeigten ein starkes Boxplay und überstanden auch diese Unterzahl. Nur offensiv lief es nicht.

Kaum hatte der Leader eine Unterzahl überstanden, entwischte Casutt an der offensiven blauen Linie und liess Schwendener keine Abwehrchance (28.). Zwar versuchte der HCT, auf das 0:1 zu reagieren, aber die zweite Strafe gegen Rattaggi würgte diese Bemühungen im Keime ab. Diesmal liess sich das Heimteam die Chance nicht entgehen. Sven Lindemann traf zum 2:0 und leitete damit ein Defensiv-Fiasko der Thurgauer ein. Innerhalb von lediglich 82 Sekunden erhöhten Leandro Profico und Dion Knelsen auf 4:0.

Die Rapperswiler zeigten sich in dieser Phase extrem effizient, die Thurgauer desorientiert. Die vierte Niederlage des HCT im vierten Saisonvergleich mit dem SCRJ war damit praktisch schon besiegelt.
 

Rapperswils Goalie den Abend vermiest

Umso mehr, als die Thurgauer gleich zu Beginn des Schlussdrittels eine Überzahl nicht zum Anschlusstreffer nutzen konnten. Da war allerdings auch Pech dabei, trafen doch Sami El Assaoui und Andri Spiller innerhalb weniger Sekunden jeweils nur die Torumrandung. Eigentlich ging es nurmehr darum, ob Rapperswils Goalie Melvin Nyffeler ein Shutout oder den Gästen doch noch der Ehrentreffer gelingt. Thurgau mühte sich zwar, blieb aber zu unpräzis und hatte beim zweiten Pfostenschuss von Spiller wieder Pech. Nur 35 Sekunden vor der Sirene gelang Verteidiger Simon Seiler mit einem Schuss in den Winkel doch noch der Thurgauer Ehrentreffer. Das 5:1-Schlussresultat besiegelte Steve Mason drei Sekunden vor Schluss.


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