Fahrlässig zwei Punkte verschenkt

EISHOCKEY ⋅ Der HC Thurgau unterliegt den GCK Lions mit 3:4 nach Verlängerung. Durch eine schwache Defensivleistung geben die Ostschweizer dreimal eine Führung preis, in der Offensive sind sie einmal mehr zu ineffizient.
20. Dezember 2017, 07:37
Thomas Ammann, Küsnacht

Thomas Ammann, Küsnacht

sport@thurgauerzeitung.ch

 

Zwölf Punkte trennen Thurgau und die GCK Lions in der Tabelle der Swiss League. Doch dass Spiele gegen nominell schwächere Teams für Thurgau schnell schwierig werden können, erlebten die Ostschweizer nicht zuletzt in den ersten beiden Duellen gegen die Zürcher. Trotz zweier Siege waren es äusserst umstrittene Duelle.

Thurgau wollte mit frühen Störaktionen einen geordneten Spielaufbau bei den GCK Lions verhindern. Entsprechend ent­wickelte sich ab der ersten Minute ein offensives Spiel. Beide Mannschaften kamen zu guten Abschlussgelegenheiten. In der ­Defensive offenbarte der HC Thurgau jedoch ungewohnte Schwächen. Wiederholt konnten sich die Zürcher im Thurgauer Drittel festsetzen. Kurz vor Drittelsende, während der zweiten Überzahlgelegenheit, deckten sie Janick Schwendener während zwei Minuten mit Schüssen ein. Alleine dem glänzend reagierenden Schlussmann der Ostschweizer war es zu verdanken, dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand.

Das Geschehen in Küsnacht änderte sich auch in Abschnitt zwei nicht. Beide Teams agierten primär offensiv – wobei die Lions den zielstrebigeren Eindruck hinterliessen, während die Thurgauer im eigenen Drittel weiter fahrig agierten. Trotzdem waren es die Gäste, die in der 26. Minute durch Lars Neher in Führung gingen. Sami El Assaoui lancierte ihn aus dem eigenen Drittel mit einem Laserpass. Doch die Zürcher antworteten postwendend. Das 1:1 spiegelte das Abwehrverhalten der Thurgauer an diesem Abend. GCK spielte bei fünf gegen fünf praktisch Powerplay, zwei Thurgau-Spieler attackierten hinter dem Tor den Puckführenden, wodurch vor dem Tor Patrick Sidler völlig alleingelassen wurde.

Die erneute Führung für die Gäste erzielte Toms Andersons, wiederum in Überzahl, mit einer sehenswerten Direktabnahme. Doch auch darauf fand das Farmteam der ZSC Lions eine Antwort. Topscorer Ryan Hayes erzielte noch vor der zweiten Pause mittels Ablenker in Überzahl den 2:2-Ausgleichstreffer.

Im dritten Drittel beruhigte sich das Geschehen etwas. Thurgau hatte das Spiel nun besser im Griff. Und als Sascha Wollgast die Gäste in der 43. Minute mit einem gezielten Handgelenksschuss von der blauen Linie mit 3:2 in Führung schoss, schienen die Gäste dem Sieg nahe – zumal Alain Bahar zwölf Minuten vor Schluss nur die Lattenunterkante traf. Doch kurz vor Schluss kamen die Zürcher zu einer vierminütigen Überzahl – und schlugen drei Minuten vor Spielende nochmals zu.

So rettete sich das Heimteam in die Verlängerung. In dieser gab es auf beiden Seiten hochkarätige Chancen, am Ende behielt das Heimteam das bessere Ende für sich. Marc Geiger konnte nach einem Gewühl vor Schwendener ins leere Tor einschieben.

Der Sieg der neuntplatzierten GCK Lions fiel insgesamt nicht unverdient aus. Sie hatten auf jedes Tor der Gäste eine Antwort parat, gaben die Partie nie auf und erkämpften sich die zwei Punkte mit viel Leidenschaft. Thurgau auf der anderen Seite wirkte unkonzentriert und vor allem defensiv nicht auf der Höhe der Aufgabe.

Hinweis

Das nächste Heimspiel des HC Thurgau findet am Freitag gegen Ticino Rockets statt. Anspiel in der Güttingersreuti um 20 Uhr.


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