Erster Saisonsieg für den HC Thurgau

EISHOCKEY ⋅ Der HC Thurgau ist zurück. Nach zuletzt enttäuschenden Vorstellungen gegen Winterthur und Visp kommen die Ostschweizer auswärts gegen Ajoie zu ihrem ersten Sieg. Sie gewinnen in der Verlängerung 1:0.
29. September 2017, 22:59
Matthias Hafen/Pruntrut
Gute Dinge dauern manchmal einfach etwas länger. Nach der unglücklichen 5:6-Niederlage in Winterthur  kündigte der HC Thurgau am Mittwoch vor dem Heimspiel gegen Visp Wiedergutmachung an. Bei der 1:4-Niederlage blieb er den Beweis schuldig. Doch die Mannschaft von Trainer Stephan Mair lieferte Versäumtes nach – zwei Tage später gegen Ajoie.  In der Patinoire de Voyeboeuf in Pruntrut zerrissen sich die Thurgauer für den Erfolg, kämpften bis zum Umfallen und wurden für die mannschaftliche Parforce-Leistung am Ende auch belohnt.

Toms Andersons lief in der vierten Minute der Verlängerung auf und davon und bezwang Ajoie-Goalie Dominic Nyffeler zum 1:0. Ja, es war tatsächlich das erste und einzige Tor des Abends. Zuvor aber lieferten sich die beiden Konkurrenten am Trennstrich der NLB einen Kampf auf Augenhöhe und voller Spannung. Thurgauer und Ajoulots erspielten sich Torchancen en masse, blieben aber immer wieder am gegnerischen Goalie hängen, die Jurassier auch dreimal am Torgestänge.
 

Schwendener wehrt Puck, Stöcke und Stürmer ab

Doch der HC Thurgau verdiente sich die zwei Punkte redlich. Er zeigte am äussersten Zipfel der Schweiz die bisher beste Leistung dieser Saison. Trainer Mair stellte seine Spieler hervorragend auf den Gegner ein, der mit Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen immerhin eines der gefährlichsten Ausländerduos der ganzen Liga besitzt. Und auch am Freitag brannte es zeitweise lichterloh vor HCT-Goalie Janick Schwendener. Doch der Thurgauer Rückhalt wehrte einfach alles ab, was auf ihn zuflog, egal ob Puck, Stock oder gegnerischer Stürmer. Seine Sicherheit übertrug sich auch auf die Vorderleute, die – von Trainer Mair neu zusammengestellt – einen aussergewöhnlichen Zusammenhalt zeigten. Auch war es kein typisches 0:0-Spiel, das Ajoie und Thurgau zeigten. Im Gegenteil: Nach zwei Dritteln hätte es gut und gerne 5:5 heissen können. In einem horrenden Tempo wurden Angriffe lanciert, hüben wie drüben. Und ganz erfreulich auf Thurgauer Seite: Jede Sturmlinie hätte mindestens einen Treffer erzielen können. Die Ausgeglichenheit innerhalb des Kaders ist frappant in dieser Saison. Doch zeigten die beiden Kanadier Cam Braes und Jaedon Descheneau einmal mehr, dass sie nicht nur eine Bereicherung für den HCT sind, sondern für die ganze Liga.  
 

Schnyder räumt die Gegner aus dem Weg

Es war ein Abend, an dem es viele Kränzchen zu winden gab. Thurgaus Verteidiger Simon Schnyder etwa schreckte vor nichts zurück und machte den anstürmenden Ajoulots immer wieder den Garaus. Stürmer Daniel Steiner war mit seiner Übersicht und seinem Sinn für die defensive Absicherung Gold wert. Am Ende aber kam der Sieg zustande, weil die Mannschaft harmonierte. So war den Thurgauern gestern in der Ajoie eines gemein: Sie alle hatten ein Löwenherz in ihrer Brust.

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