Dritter Derbysieg für den HCT

EISHOCKEY ⋅ In der Swiss League gewinnt der HC Thurgau im vierten Saison-Derby gegen Winterthur mit 3:1. Damit beträgt der Vorsprung auf die neuntplatzierten Zürcher bereits zwölf Punkte.
04. Dezember 2017, 05:18
Thomas Werner

Thomas Werner

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Drei Punkte mehr auf dem Konto. Einzig dies zählte am Ende. In den letzten zehn Minuten ging es für die Mannschaft von Trainer Stefan Mair nur noch darum, unbeschadet ins Ziel zu kommen. Die Reserven werden kleiner, das dicht gedrängte Programm hat bei allen Mannschaften Spuren hinterlassen. Aktuell sind innert neun Tagen fünf Partien zu bestreiten.

Angesichts dieser Tatsache war das Startdrittel ein zaghaftes Herantasten ans vierte der insgesamt sieben anstehenden Derbys mit Winterthur. Beide Mannschaften gewichteten die Sicherheit stärker als das Risiko. Dem Spielaufbau fehlte es an Präzision, den Abschlussversuchen an Entschlossenheit. Wurde es doch einmal gefährlich, standen zwei sichere, ruhig agierende Goalies einem Torerfolg im Weg. Brenzlig wurde es für die Thurgauer kurz vor der ersten Pause, als Jaedon Descheneau und Patrick Parati nacheinander auf die Strafbank geschickt wurden. Goalie Janick Schwendener verhinderte im Unterzahlspiel aber mit zwei Big Saves einen Thurgauer Rückstand nach zwanzig Minuten.

Thurgauer Führung im Powerplay

Lanciert wurde die Begegnung im Mitteldrittel durch Mario Lamoureux. Winterthur hat den Amerikaner als Ersatz für den verletzten Marek Zagrapan verpflichtet – als potenziellen Topskorer. Vorerst fiel der 29-Jährige allerdings mit zwei ungeschickt eingehandelten Strafen auf. Im ersten Überzahlspiel überwand Cam Braes, von Deschenau ideal angespielt, Winterthurs Goalie Remo Oehninger mit einem brillanten Backhand-Abschluss. Im folgenden Powerplay verpasste Sami Al Assaoui das 2:0 bei seinem Pfostentreffer nur knapp.

Thurgau erhöhte nun den Druck, kassierte aber nach einem Fehler im Spielaufbau das 1:1. Lamoureux traf und zeigte, dass er sein Kerngeschäft beherrscht. Er hatte vor seinem Engagement in Winterthur bei seinen letzten drei Arbeitgebern in Dänemark, Österreich und Norwegen in insgesamt 119 Spielen 127 Skorerpunkte gesammelt.

Ein schöner Angriff bringt Entscheidung

Die Thurgauer liessen nun aber nicht locker und kamen in der 37. Minute zur erneuten Führung. Assistent Daniel Steiner und Torschütze Patrick Brändli zeigten auf, wie es eigentlich gehen würde: schnell und auf direktem Weg den Erfolg suchen. Dies gelang aber an diesem Nachmittag zu selten. Fehlende Frische und Spritzigkeit führten immer wieder zu ärgerlichen Puckverlusten und damit zu zusätzlicher Laufarbeit.

Thurgau suchte im Schlussdrittel die Entscheidung, ohne allerdings das letzte Risiko einzugehen. Die Möglichkeiten waren da. Topskorer Andri Spiller zielte nur knapp daneben und bei einem Konter verpasste Toms Andersons bei einem 2-zu-1-Konter den richtigen Moment zum Zuspiel auf Eric Arnold. Oehninger blieb Sieger. Die Winterthurer waren im Schlussabschnitt vor allem mit Defensivaufgaben beschäftigt, kamen aber trotzdem zur einen oder anderen Abschlussgelegenheit. Schwendener hielt aber die Konzentration bis zur Schlusssirene hoch und legte sein Veto ein. Dafür traf Spiller 44 Sekunden vor Schluss noch zum 3:1 ins leere Tor.

Gross verschnaufen kann der HCT nicht. Am Mittwoch geht’s mit dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Olten weiter.


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