Das Playoff kann kommen

EISHOCKEY ⋅ Dank einer defensiv überzeugenden Leistung sowie der Doppeltorschützen Toms Andersons und Andri Spiller gewinnt der HC Thurgau auswärts gegen den Tabellenzweiten SC Langenthal verdient mit 5:2.
13. Januar 2018, 05:19
Markus Rutishauser, Langenthal

Markus Rutishauser, Langenthal

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Nach Leader Rapperswil-Jona zum Jahresauftakt bezwang der HC Thurgau nun auch den NLB-Zweiten Langenthal auf dessen Eis. Wie schon beim 2:1-Auswärtssieg Anfang November überzeugte das Team von Headcoach Stephan Mair gegen den letztjährigen Playoff-Gegner einmal mehr. Es scheint, als ob den Thurgauern die Topteams der Liga derzeit besser liegen als die Kontrahenten aus der unteren Tabellenhälfte.

Der HCT erwischte in der gut besetzten Eishalle Schoren einen Start nach Mass. Zwei der ersten vier Schüsse auf den Kasten von SCL-Keeper Marco Mathis zappelten im Netz. Zuerst erwischte ihn nach nur 79 Sekunden Andri Spiller, und nur vier Minuten ­später doppelte Toms Andersons zum 2:0 nach. Auch defensiv präsentierte sich der HC Thurgau gestern Abend stabil. Der Favorit aus dem Oberaargau kam zu keiner nennenswerten Torchance, bis Stefan Tschannen an der offensiven blauen Linie vergessen ging und einen Pass von Ersatzausländer Kim Karlsson mit einem Hocheckschuss zum 1:2 vergoldete.
 

Schwendener hält unter Druck einmal mehr dicht

Drei Treffer innerhalb der ersten gut sieben Minuten zeugen von einer beidseits offensiv geführten Partie. Während einer ersten Unterzahl mussten die HCT-Fans allerdings um den Ertrag einer starken Startphase ihres Teams zittern. Die Langenthaler brachten die Scheibe aber vorerst kein zweites Mal an Janick Schwendener vorbei. Kaum waren die Ostschweizer komplett, profitierte Andersons von einem Fehler von Verteidiger Yves Müller und traf zum 3:1 (12.).

Sahen die Zuschauer im Startdrittel ein Offensivspektakel, so wurden sie in den zweiten 20 Minuten auf Diät gehalten. Das änderte sich in der 33. Minute, aber Andersons verpasste solo seinen dritten Treffer. Dafür häuften sich nun die Strafen auf beiden Seiten. Ein Abschluss zur Unzeit ermöglichte Langenthal den Anschlusstreffer. Stefan Tschannen kehrte gerade von der Strafbank zurück und liess sich die Konterchance nicht entgehen. Der 2:3-Anschlusstreffer leitete vier hektische Minuten bis zur zweiten Sirene ein, in denen der SCL dem Ausgleich sehr nahe war. Doch rettete der HCT den knappen Vorsprung in die zweite Pause. Dass den Bernern der Ausgleich in dieser Druckphase nicht mehr gelang, war richtungsweisend. Die Pause nutzte Thurgau, um sich wieder zu sammeln. Und sie starteten mit einem Paukenschlag ins letzte Drittel.
 

Descheneau stellt die Weichen mit dem 4:2

Nach 44 Sekunden bezwang Jaedon Descheneau den Langenthaler Goalie Mathis backhand zum 4:2. Der erneute Zwei-Tore-Rückstand hinterliess beim NLB-Zweiten tiefe Spuren. Er war zu keiner Reaktion mehr fähig. Kurz vor Schluss setzte Langenthals Headcoach Per Hanberg alles auf eine Karte und ersetzte Mathis durch einen sechsten Feldspieler. 38 Sekunden später traf Spiller zum 5:2 ins leere Gehäuse.


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