Andersons Shorthander rettet Thurgau

EISHOCKEY ⋅ Beinahe verliert der HCT innert einer Woche zum zweiten Mal gegen ein Farmteam in der NLB. Auswärts gegen die Ticino Rockets resultiert am Ende ein 4:2-Sieg.
19. November 2017, 20:34
Matthias Hafen
Thurgaus Erfolg im Tessin war so zäh wie ein verkochtes Fondue. 60 Minuten lang tat sich die Mannschaft von Trainer Stephan Mair gegen den Tabellenletzten der NLB äusserst schwer. Bis zur 52. Minute mussten die Gäste gar um die drei Punkte zittern, die gegen einen solchen Kontrahenten einfach budgetiert gehören. Dann aber trat Toms Andersons ins Rampenlicht und nahm den Ticino Rockets allen Wind aus den Segeln. Inmitten eines Tessiner Powerplays entwischte der Lette mit Schweizer Lizenz und traf zum entscheidenden 3:2.

Der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können. Denn die Ticino Rockets schöpften in jener Phase sehr viel Hoffnung auf einen Coup. Jaedon Descheneaus 2:1 in der 50. Minute – die herrliche Vorarbeit kam von Sacha Wollgast – konterten die Tessiner nur zwölf Sekunden später mit dem 2:2 durch Colin Fontana. Der Verteidiger drückte von der blauen Linie ab und traf durch Freund und Feind ins Netz. Nur eine Minute später musste Wollgast wegen Haltens auf die Strafbank, was den Rockets die besagte Überzahlsituation bescherte. Es war die entscheidende Phase des Spiels. Mit Glück und dem Torriecher von Andersons kippte es zugunsten des HC Thurgau.

Uninspiriert und fehlerhaft

Der NLB-Sechste zeigte sich im dritten Spiel dieser Neun-Punkte-Woche ähnlich uninspiriert wie schon am Dienstag bei der 2:3-Niederlage gegen die EVZ Academy. Es scheint, als hätten die Ostschweizer ein Motivationsproblem gegen die Farmteams in dieser Liga. Denn auch in Biasca spielte der Gegner keineswegs gross auf. Vielmehr störte er effektiv das Aufbauspiel 
des HCT. Hätten die Thurgauer präziser und weniger fehlerhaft agiert, wäre der gestrige Auswärtssieg nie zur Diskussion gestanden.

In Abwesenheit des verletzten Stürmers Adrian Brunner brauchte Thurgau aber über 
37 Minuten, um überhaupt zum ersten Treffer zu gelangen. Patrick Brändli glich die Tessiner Führung aus der 34. Minute nach Vorarbeit von Daniel Steiner und Eric Arnold aus. Dank einer Co-Produktion von Andri Spiller und Descheneau kamen die Gäste 80Sekunden vor Schluss zur Zweitore-Differenz.

Thurgauer Anhänger sorgen für Stimmung

Viel konnte sich der HCT aber nicht einbilden auf seinen gestrigen Auftritt. Er glich mehr einem 1.-Liga-Derby denn einer Partie auf Swiss-League-Niveau. Das galt wenig überraschend auch für die Ambiance in der schmucken Arena von Biasca. 313 Zuschauer waren zugegen. Hätten die zahlreich mitgereisten Anhänger aus dem Thurgau und auf der Gegenseite ein paar Kindergärtler aus dem Tessin nicht für ein bisschen Stimmung gesorgt, wäre der Grossteil wohl noch vor der Heimreise eingenickt.

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